Das Hobby zum Beruf machen - Meine Geschichte

Mein Name ist Marcel. 1996 in Bonn geborgen und inzwischen der Liebe wegen in Bochum beheimatet. Unterwegs bin ich aber eigentlich überall dort, wo es etwas Neues zu entdecken gibt oder mich meine Projekte als Fotograf hinführen.

In diesem Beitrag erzähle ich dir, wer ich bin, wie meine Reise mit der Fotografie schon in der Jugend begonnen hat und warum Reisen, Kreativität und Selbstständigkeit heute untrennbar zu meinem Leben gehören. Vom ersten ausgeliehenen Fotoapparat über zwei prägende Jahre in den USA bis hin zur Arbeit mit internationalen Marken. Dieser Blog ist ein Ort, um Erfahrungen, Learnings und Inspirationen mit dir zu teilen.

Wie alles anfing

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Die Fotografie begann für mich ganz klassisch als Hobby. In meiner Jugend bin ich mit meinem besten Freund losgezogen, noch mit einer ausgeliehenen Kamera von der Tante, bis ich dann die erste eigene APSC-Kamera gekauft habe. Wir sind durch Bonn und Köln gelaufen, haben Schwarz-Weiß-Bilder gemacht, mit Langzeitbelichtungen experimentiert und einfach ausprobiert. Oder auf meiner Abschlussfahrt nach Italien, auf der die Kamera natürlich auch nicht fehlen durfte. Meine erste internationale Reise, auf der ich Fotografiert habe.

Erste Experimente mit Langzeitbelichtungen in Bonn oder auch Urlaubsfotos in Italien

Vor allem Youtube war für mich ein Medium, durch das ich sehr viel lernen konnte. Die ersten Tutorials auf der Plattform können natürlich nicht mehr mit der Qualität von heute mithalten, für das Können und die Technik von damals (2012-2014) aber natürlich vollkommen ausreichend gewesen. Wichtig für mich: Ich habe sofort angefangen im manuellen Modus zu Fotografieren, denn ich wollte lernen, wie ich die Kamera in verschiedenen Momenten zu bedienen habe, um das Ergebnis zu bekommen, was ich haben möchte und nicht was meine Kamera als technisch korrekt ansieht. Dabei sind natürlich unzählige unbrauchbare Fotos entstanden, jedoch dank der digitalen Welt völlig egal. Ich musste ja nicht ständig teure Filme entwickeln gehen, um zu sehen, was ich da eigentlich mit der Kamera treibe.

Die USA hat alles verändert

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Nach dem Abitur ging es für mich als AuPair für fast zwei Jahre (Januar 2015 bis November 2016) nach Boston in die USA, ein Schritt, der vieles verändert hat. Für diese Reise habe ich mir extra eine Vollformatkamera gekauft, denn ich hatte viele Reisepläne im Gepäck, als es über den großen Teich ging! New York war dabei fast schon Routine: Mindestens einmal im Monat ging es mit dem Bus in die Stadt und die Nacht habe ich dann einfach ohne Unterkunft durchgemacht, denn diese Stadt schläft ja sowieso nie! Total müde und erschöpft ging es dann am nächsten Morgen wieder zurück nach Boston. Generell hatte ich eine sehr unterstützende Gastfamilie und konnte viele Wochenendtrips entlang der Ostküste machen. In meinem Reisemonat ging es dann entlang der Westküste und auf mehrere hawaiianische Inseln.

In dieser Zeit habe ich nicht nur die Liebe zur Fotografie für mich entdeckt, sondern auch die zum Reisen. In meiner Kindheit habe ich nicht so viel von der Welt gesehen wie andere und vielleicht musste ich das Ganze jetzt erstmal nachholen, um dieses Gefühl von Freiheit schätzen und lieben zu lernen. Dabei ist mir auch heute noch bewusst, wie priviligiert man ist, wenn man die Möglichkeiten hat, unsere Welt so frequentiert zu bereisen!

Besonders in New York City habe ich 2015 und 2016 das Fotografieren gelernt.

Ebenfalls elementar für meinen Werdegang: Social Media bzw. Instagram. In meiner Zeit in den USA habe ich mich das erste Mal so richtig mit der App auseinandergesetzt und erste Strategien, wie das tägliche Posting, verfolgt. Einer der Gründe, weshalb ich einmal im Monat nach New York gefahren bin, immer mit dem Ziel: 30 Fotos für den nächsten Monat mit nach Boston zu nehmen. Man kann also gleichzeitig behaupten, dass meine Anfänge in der Fotografie eher im Bereich der Architektur lagen. Erst zum Ende meines US-Aufenthalts sind dann Landschaften dazugekommen.

Ich konnte eine erste Followerschaft aufbauen, die mir dann zurück in Deutschland geholfen hat, die ersten bezahlten Projekte zu bekommen. In den USA selber habe ich kein Geld mit der Fotografie und Social Media verdient, sondern einfach nur extrem viel gelernt und mich ausprobiert. Kleiner Fun Fact: Ich hatte bereits damals einen Blog als Au-pair. Hätte ich den mal weitergeführt, so wäre ich jetzt nicht so spät dran mit meinem Fotografie- und Reiseblog!

Im Reisemonat am Ende meiner AuPair Zeit ging es in viele Nationalparks in den USA und Kanada.

Auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt noch keine beruflichen Wünsche in Richtung Fotografie hatte, so bin ich doch unterbewusst mit dem Gefühl wieder nach Hause geflogen, meine Leidenschaft gefunden zu haben.

Der Weg in die Selbstständigkeit

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Zurück in Deutschland habe ich zunächst wieder in einem Restaurant gekellnert, in dem ich schon während des Abiturs gearbeitet hatte. Zurück in Good old Germany habe ich relativ schnell gemerkt, wie sehr ich das ständige reisen und fotografieren doch vermisse. Vor allem am Ende meiner Zeit in den USA war ich fast 8 Wochen am Stück unterwegs und habe die gesamte Westküste + Hawaii erkundet.

Also habe ich den Entschluss gefasst: Ich habe nichts zu verlieren und versuche einfach mal, ob ich mit der Fotografie nicht doch auch Geld verdienen kann. Zu meinem Überraschen hat es recht einfach funktioniert. Ich bin 2016 mit ca. 50-60.000 Followern auf meinem Instagram-Kanal zurück aus den USA gekommen, was damals schon gar nicht mal so wenig war.

Erste Produktaufnahmen für verschiedene Unternehmen, um meine Reisen gegenzufinanzieren.

Für die ersten bezahlten Projekte hat es auf jeden Fall gereicht, und so habe ich in den nächsten Monaten viele, viele Produkte mit auf meine verschiedenen Reisen genommen, die ich zwischen meinen Tagen im Restaurant geplant hatte. Der Klassiker zu Beginn war vor allem Uhren und Rucksäcke. Man hat das erste Gefühl dafür entwickelt, wie man mit Unternehmen umgehen muss bzw. sollte und wie sich Projekte aufbauen lassen, die einem tatsächlich die Basis dafür geben, am Ende des Monats davon leben zu können. Vor allem durch den Kontrast zu den Stunden als Kellner habe ich lange gebraucht, zu realisieren, wie viel Geld man da eigentlich gerade für sein Hobby bekommt.

Und so hat es nur ein halbes Jahr gedauert, bis ich an einen Punkt gekommen bin, der sich darin gezeigt hat: Ich kann mehr Geld verdienen, wenn ich nur noch rumreise und fotografiere und nicht mehr im Restaurant arbeite. Und so kann ich mich seit dem Sommer 2017 nun als Vollzeitfotograf bezeichnen. Ehrlicherweise war der finanzielle Druck vor allem am Anfang natürlich sehr gering, denn ich habe zu der Zeit nach der Rückkehr aus den USA wieder zu Hause gewohnt. Der monatlich schwankende Verdienst war also relativ egal, jedoch sollte es natürlich langfristig so reichen, dass ich wirklich davon leben kann.

Studium, Reisen und Realität

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Vor allem in den ersten Jahren nach meiner Rückkehr aus den USA bin ich viel in den Alpen unterwegs gewesen.

Zwischendurch hatte ich tatsächlich noch kurz den Gedanken, Lehramt zu studieren. Ich war sogar ein halbes Jahr in Koblenz eingeschrieben (Wintersemester 2017/18), nur war ich ehrlich gesagt nie dort. Nicht mal zur Erstiwoche habe ich es geschafft, denn stattdessen bin ich länger in Island geblieben. Am Ende hat es sich für mich einfach nicht richtig angefühlt. Meine Familie war wegen dieser Aktion natürlich zunächst weniger begeistert. Auch, weil ich zwar Geld mit der Fotografie verdient habe, zu dem Zeitpunkt aber auch noch nicht so, dass man davon sorglos langfristig leben könnte. 

Um dennoch einen höheren Abschluss zu erlangen, habe ich mich 2018 für ein Bachelorstudium im Tourismusmanagement an einer Fernuniversität entschieden. Ich selber hatte diese Art des Studiums gar nicht auf dem Schirm, bis mich meine Tante drauf hingewiesen hat. Für mich natürlich perfekt: Keine Anwesenheitspflicht und ein modulares System, welches erlaubt, mir dann Kurse zu buchen, wenn ich das möchte und Zeit dafür habe. Eigentlich geht das Studium drei Jahre (vollzeit - was man auch braucht, um als Student krankenversichert zu sein). Da ich aber gleichzeitig auch als Fotograf gearbeitet und viel unterwegs war, sind es am Ende vier Jahre für den Bachelor worden. Ich kenne genug, die an einer "normalen" Uni mindestens genauso lange brauchen und nicht vollzeit um die Welt reisen. War also halb so schlimm!

Für natürliches Licht und die sanften Augenblicke hatte ich schon immer ein Faible!

Nach dem Bachelor habe ich dann etwas gezögert und mich am Ende doch noch für einen Masterstudiengang entschieden. Inzwischen ist es 2022 und ich bin gefestig in meinem Beruf gewesen. Habe gutes Geld verdient, bin 2019 ausgezogen und hatte damit nicht wirklich den Druck ein weiteres Studium für irgendeinen Arbeitgeber zu beginnen. Schlussendlich habe ich mich dann aber doch noch für den Master entschieden. Das Fernstudium ist mir relativ leicht gefallen, ich konnte es gut mit dem Berufsleben kombinieren.

Und so habe ich im Januar 2025 meine Masterarbeit im Marketing Management erfolgreich verteidigt und habe nun zwei Abschlüsse in der Tasche. Ob ich diese jemals auf dem papier brauchen werde? keine Ahnung, aber die Inhalte haben mir auch für mein Leben in der Selbstständigkeit weitergeholfen!

Bin ich angekommen?

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In den letzten Jahren habe ich auch vermehrt Tiere fotografiert, was mir unglaublich viel Spaß macht.

Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle und die ich heute vermutlich ehrlicher denn je mit nein beantworte. Nicht, weil etwas fehlt, sondern weil genau das Teil der Selbstständigkeit ist: ständige Bewegung.

Gerade als Selbstständiger darf man nie stehen bleiben. Trends verändern sich, Anforderungen wachsen, Märkte verschieben sich und mit ihnen auch die eigene Rolle. Was gestern funktioniert hat, kann morgen schon nicht mehr zeitgemäß sein. Up-to-date zu bleiben bedeutet für mich nicht nur, neue Technik zu beherrschen oder Plattformen zu verstehen, sondern vor allem, die eigene Perspektive weiterzuentwickeln.

Die vielen Treffen mit Einheimischen während meiner Tourismus Events machen inzwischen ein Großteil meiner Projekte aus!

Ein gutes Beispiel dafür ist meine eigene fotografische Reise. In meinen frühen Anfängen habe ich fast ausschließlich Architektur fotografiert, bin dann abrupt in die Landschaftsfotografie gewechselt. Weite Szenen, dramatisches Licht, Natur in ihrer reinsten Form. Heute sehe ich Destinationen ganz anders, nicht zuletzt durch mein Studium im Tourismus- und Marketingbereich.

Ich betrachte Orte nicht mehr isoliert, sondern in ihrer Gesamtheit: Natur oder die Straßen einer Stadt sind ein Teil davon, aber eben nur einer. Hinzu kommen Aktivitäten, Unterkünfte, Kulinarik, Einheimische, Kultur und Events. All das erzählt gemeinsam die Geschichte einer Region – und genau diese Geschichte möchte ich heute visuell transportieren.

Parallel dazu haben sich auch meine Projekte erweitert. Neben dem Tourismus liegt inzwischen ein großer Fokus auf Unternehmens- und Eventfotografie. Das Begleiten von Firmenevents, Messeauftritten oder Markeninszenierungen ist für mich ein spannendes Feld, in dem es weniger um perfekte Einzelbilder geht, als um Atmosphäre, Dynamik und echte Momente. In Zeiten von künstlicher Intelligenz auch etwas, das ich in Zukunft verstärkt ausbauen möchte, denn diese Momentaufnahmen sind etwas, die man nur schwer von einer Maschine dokumentieren lassen kann.

Ich bin sehr dankbar, dass ich über die Jahre bereits mit so vielen tollen Unternehmen an meiner Seite arbeiten darf.

Ob ich angekommen bin? Eher nicht.
Aber ich bin unterwegs, mit offenem Blick, der Bereitschaft zu lernen und der Überzeugung, dass genau diese Entwicklung das ist, was Selbstständigkeit langfristig trägt und wieso ich den Reiz daran nicht verlieren werde.

Warum nun Nomad Stories?

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Das Keiss Castle in Schottland lohnt sich vor allem bei Flut.

Mit Nomad Stories möchte ich nicht nur meine Reisen und Bilder teilen, sondern auch meine Erfahrungen. In Zeiten von künstlicher Intelligenz und einem Überangebot von Inhalten im Internet ist es natürlich leicht bereits viele gute Informationen zu bekommen. Manche Dinge wird einem die KI aber nie erzählen, denn wer noch nie an einem bestimmten Ort war, weiß gar nicht, was man alles erfragen muss, um das Wichtigste zu erfahren!

Ein gutes Beispiel: In Schottland gibt es eine Burgruine direkt an einer Steilküste. Nicht sonderlich hoch, aber doch imposant. Fährt man dort jedoch bei Ebbe hin, so verschmilzt die Klippe mit dem sandigen Boden des Meeres und die Ruine wirkt gar nicht mehr so eindrucksvoll wie auf den ganzen Bildern im Internet. Das Selbe gilt für einen im Meer stehenden Leuchtturm nördlich von Aberdeen. Hättest du daran gedacht, die KI zu fragen, ob man dort besser bei Ebbe oder bei Flut hin fahren sollte? Oder wie sieht es mit dem berühmten Dampfzug in Schottland aus? Inzwischen ist es dort so voll und beliebt, dass man weit über eine Stunde vorher dort sein sollte, um überhaupt einen der begehrten Parkplätze zu bekommen. Ich persönlich nicht und genau dieses Wissen möchte ich mit dir teilen!

Lerne auch du von meinen Erfahrungen der letzten Jahre, um ganz besondere Fotos von deinen Reisen mit nach Hause zu nehmen.

Und ganz besonders hoffe ich, dir mit diesem Blog Mut zu machen – vielleicht sogar dabei zu helfen, selbst den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Daher soll es nicht nur um tolle Reiseziele gehen, sondern auch um Einblicke in meinen doch eher ungewöhnlichen Beruf.

Umso mehr freut es mich, dass du hier bist.
Schön, dass du Teil dieser Reise bist.

Hi! Ich bin´s Marcel. Fotograf und Reiseenthusiast aus Bochum. Schön, dass es dich auf meinen Blog verschlagen hat!

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