Campingplätze sind der Schlüssel zu einem echten Abenteuer. Kanada ist ein Traumziel für Outdoor-Fans. Schroffe Berge, türkisfarbene Seen und unendliche Weite machen vor allem die Nationalparks in Alberta und British Columbia einzigartig. Doch wer im Sommer einen Campingplatz ergattern möchte, merkt schnell: Camping in Kanada ist anders. Besonders in Banff und Jasper sind die Plätze schnell ausgebucht, und die Reservierungen erfolgen zentral über Parks Canada. Ein spontaner Besuch in der Hauptsaison? Nahezu unmöglich.
In diesem Guide zeige ich dir, welche Arten von Campingplätzen es gibt, worauf du bei der Planung achten musst und wie du Schritt für Schritt deinen Stellplatz für Frontcountry- und Backcountry-Camping reservierst.
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1. Frontcountry Camping: Klassische Campingplätze im Tal
Diese Plätze sind gut an die Infrastruktur angebunden und im Vergleich zu den Backcountry-Plätzen auch deutlich größer, was bedeutet, dass die Chancen auf eine Buchung hier deutlich höher sind. Außerdem öffnet sich das Buchungsfenster für diese Plätze meist zuerst.
Merkmale:
2. Backcountry Camping: Wenige, stark begrenzte Plätze in der Wildnis
Backcountry-Campsites liegen abseits von Straßen und sind nur zu Fuß, per Kanu oder per Helikopter erreichbar. Sie sind oft sehr minimalistisch, um die Natur zu schützen, auch weil keine Infrastruktur vorhanden ist. Das Buchungsfenster für diese Plätze ist meist etwas später als für das Frontcountry-Camping.
Merkmale:
Campingplatzreservierungen sind verpflichtend, da Wildcampen in Nationalparks verboten ist. Auch das Schlafen im Auto ist verboten! Diese Plätze sind jedoch so stark begehrt, dass manche über Jahre hinweg keinen Erfolg bei der Buchung haben. In diesem Blogpost verrate ich dir ein paar Tipps!
2025 ging es für mich für 2,5 Wochen in die wunderschönen Bundesstaaten Alberta und British Columbia. Den ausführlichen Blogpost mit allen Fotolocations und weiteren Tipps findest du hier!
Welche Campingplätze ich für dieses Abenteuer sowohl im Front- als auch im Backcountry gebucht habe, sieht du in der folgenden kurzen Auflistung:
| Nationalpark | Campingplatz |
| Banff National Park | Lake Louise Soft-Sided Trailer/Tent Campground. Einer der größten Plätze im Park, komplett umringt von einem Elektrozaun, was vor allem die Zeltplätze deutlich sicherer macht. Ideal gelegen, um Tagesausflüge innerhalb des Banff-Nationalparks, sowie im Kootenay- und Yoho-Nationalpark zu machen. |
| Jasper National Park | Frontcountry Camping: Whistlers Campground. Aktuell etwas gezeichnet von dem verheerenden Waldbrand, jedoch wurden viele Anlagen dort neu gebaut und sind deutlich moderner, als auf vergleichbaren Plätzen. |
| Backcountry Camping: Maligne Lake Fisherman’s Bay Backcountry Campground. Vermutlich eines der gefragtesten Ziele im ganzen Nationalpark! Sehr einfacher Platz für nur 10 Zelte, jedoch sehr nah am berühmten Spirit Island. | |
| Yoho National Park | Backcountry Camping: Lake O´Hara Campground. Nur wenige Minuten vom berühmten Lake O’Hara entfernt und eine der wenigen Ausnahmen, die mit dem Fahrzeug erreichbar ist. Nicht für die Allgemeinheit, aber der Nationalpark Service darf die Forststraße nutzen, sodass man sogar den Bus zum |
| Mount Assiniboine Provincial Park | Backcountry Camping: Lake Magog Backcountry Campground. Extrem gefragt und nur schwer zu bekommen. Nur durch eine lange Wanderung oder bequem per Helikopter zu erreichen. Vor allem die Tage, an denen der Helikopter fliegt, sind sehr gefragt. Alternativ gibt es noch die Assiniboine Lodge, sowie die Arnica Naiset Huts, die jedoch sehr teuer sind. 40 Zelte sind maximal erlaubt. |
Jedes Jahr werden die genauen Daten im Januar bekannt gegeben. Meist öffnen Frontcountry- und Backcountry-Buchungen an unterschiedlichen Tagen.
Damit du einen guten Überblick hast, habe ich dir hier die Termine für 2026 zusammengeschrieben. Um 16 Uhr deutscher Zeit wird es also jeweils ernst!
| Campingplatz | Reservierungsstart |
| Lake O´Hara | Donnerstag, 22. Januar, 2026 um 8:00 MT |
| Lake Louise Soft-sided Tents/Trailers | Freitag, 23. Januar, 2026 um 8:00 MT |
| Whistlers Campground | Dienstag, 27. Januar, 2026 um 8:00 MT |
| Maligne Lake (Fisherman’s Bay) | Mittwoch, 28. Januar, 2026 um 8:00 MT |
| Lake O´Hara Bus (Falls man keinen Erfolg beim Campingplatz hatte) Losverfahren. | Zwischen dem 02. und 23. März muss die Bewerbung erfolgen |
| Lake Louise & Moraine Lake Shuttle | Mittwoch, 15. April, 2026 um 8:00 MT |
| Mount Assiniboine | 4 Monate vor geplanter Ankunft und jeweils um 04:00 PM GMT+2. |
| Mount Assiniboine Helikopter | Nur mit gültiger Camping-Buchung möglich (daher selber Tag wie Camping) |
Bevor du buchen kannst, brauchst du ein kostenloses Nutzerkonto.

Diesen Schritt solltest du bereits ein paar Tage vor dem ersten Buchungsfenster machen, damit du startklar bist! Am Buchungstag empfehle ich, sich 35-40 Minuten vor der Öffnung des Buchungsfensters einzuloggen, da die Seite manchmal stark ausgelastet ist.
Aufgrund des stetig wachsenden Besucherandrangs war es bei meiner 2025-Buchung so, dass ich die folgenden Schritte nicht sofort durchführen konnte, sondern mich mit meinem Gerät in einer virtuellen Warteschleife anstellen musste. Dabei wurde die Warteschlange 30 Minuten vor der Öffnung des Buchungsfensters aktiviert. Die Seite war quasi nicht mehr nutzbar und sieht wie folgt aus:

Wichtig: Es ist egal, ob man 30 Minuten oder 2 Minuten vorher (Messpunkt ist die Minute, in der an dem jeweiligen Tag das Buchungsfenster öffnet) auf die Website geht; man muss nur vorher das Fenster geöffnet haben. Zum Zeitpunkt der Buchungsöffnung werden alle wartenden Geräte zufällig in eine neue Reihenfolge gebracht und man bekommt visuell seinen Warteschlangenplatz angezeigt.

Im Beispiel im Screenshot sind wir derzeit auf Position 1260, und die verbleibende Wartezeit beträgt ca. 1 Minute. Ich war bei meiner Buchung selbst sehr überrascht, wie schnell es am Ende ging. Selbst mit Tausenden Personen vor sich muss man nur wenige Minuten warten. Es ist ja auch nicht so, dass an jedem Tag nur ein Campingplatz freigeschaltet wird. Selbst im Backcountry gibt es in Kanada so viele Plätze, dass sich auch hier der Andrang teilweise gut verteilt. Dennoch sind Orte wie der Mount Assiniboine Provincial Park oder Fisherman’s Bay am Maligne Lake deutlich beliebter als andere Campingplätze.
Hier gab es bei unserem ersten Versuch für den Lake-Louise-Campground direkt eine Ernüchterung: Wir waren teilweise mit einem Gerät auf Platz 40.000. Keine Chance, so eine Backcountry-Reservierung zu bekommen. Für Frontcountry hat es dann aber zum Glück mit einem Gerät in besserer Position geklappt! Und da sind wir auf eine Idee gekommen:
Insider-Tipp: Du bist eventuell schon beim Lesen drüber gestoltpert: „Geräte“. Wir haben relativ schnell bemerkt, dass man sich mit unterschiedlichen Geräten jeweils in den Browser wählen kann und dass jedes Gerät eine eigene Position in der Warteschlange erhält.
Daher haben wir für die folgenden Tage alle Bowerser-fähigen Geräte hinzugezogen, die zu Hause zu finden waren: Handy, Laptop, Tablets etc. Jedes Gerät bekommt dann eine eigene Nummer, und man kann mit dem Gerät buchen, das als Erstes dran ist. Reist man mit anderen, kann man seine Chancen erhöhen, wenn möglichst viele Geräte für die eigene Buchung aktiviert sind. Das sah dann so aus:

Du bist endlich an der Reihe und die Website lädt bzw. der gewohnte Startbildschirm erscheint. Auf der Startseite findest du eine Auswahl an Parks und Campingarten:
Wähle nun den Park aus, in dem du für das jeweilige Buchungsfenster reservieren möchtest. Sagen wir, du möchtest für den Kanutrip zu Spirit Island den Backcountry-Campingplatz Fisherman’s Bay buchen. Also wählst du bei Parks Canada den Park Jasper und nimmst den Maligne Lake Trailhead bei "Select Access Point".

Hinzu kommt dann natürlich noch das Datum und mit wie vielen Personen du unterwegs sein möchtest. Jeder Zeltplatz hat eine andere Vorgabe, wie viele Personen pro Tent-Pad (Befestiger Untergrund, auf dem genau 1 Zelt aufgebaut werden darf) schlafen dürfen. Bei Fisherman’s Bay sind es zum Beispiel 5. Nun klickst du auf Search.
Ab jetzt heißt es Daumen drücken. Sind die Wunschdaten noch verfügbar? Dann wird der gewünschte Campingplatz mit einer kleinen grünen Raute markiert. Ist sie orange, passen ein paar Parameter der Buchung nicht, und ist sie rot, war leider eine andere Person bzw. meherere schneller.
In manchen Fällen musst du nochmal eigenständig auf die bereits ausgewählte Zone klicken, da für Jasper beispielsweise die Buchungsmaske das gesamte Gebiet mit seinen Verfügbarkeiten zuerst anzeigt:

In unserem Beispiel, Fisherman’s Bay Campingplatz am Maligne Lake, sieht es für die Parameter gut aus. Die Raute ist grün und wir können buchen. Was ein Glück!

Nachdem du deinen Backcountry-Campingplatz ausgewählt hast, kannst du bei Backcountry-Plätzen kein festes Tent-Pad auswählen, sondern nur den gesamten Campingplatz. Vor Ort ist es dann nach dem First-come, First-served-Prinzip. Du wählst einfach in der Wildnis das freie Tent-Pad aus. Deine Buchungsbestätigung musst du immer dabei haben, denn selbst 30 km von der Zivilisation entfernt wirst du von Rangern kontrolliert. Einfach also irgendwo (ohne Buchung) hinlegen klappt nicht.
Bei Frontcountry-Campingplätzen wählst du in der Buchung direkt dein Tent-Pad. Wer also nicht so weit zu den Waschräumen laufen möchte, kann sich vorher bei Google die Lagepläne ansehen und danach entscheiden, in welcher Ecke auf dem Campingplatz man schlafen möchte.
Schritt 5: Buchung abschließen
Im finalen Schritt musst du deine Buchungsdetails noch einmal überprüfen und sie anschließend durch Klicken in den leeren blauen Kasten am unteren Bildschirmrand bestätigen:

Im Anschluss kannst du den finalen Preis für deine Reservierung sehen und wie sich dieser zusammensetzt. Die gesamte Preisliste der Parks Canada Campingplätze kannst du vorab übrigens hier nachsehen.
Jetzt musst du eigentlich nur noch den finalen Schritten der Buchung folgen und dich um deine persönlichen Daten (Name, Anschrift, Kontaktdaten) kümmern. Es ist beispielsweise möglich, eine Buchung für eine andere Person zu machen. Das ist dann hilfreich, wenn du, wie weiter oben, mit mehreren Personen versuchst, über eine Vielzahl von Geräten einen besseren Platz in der Warteschlange zu bekommen, eine Person davon am Ende aber gar nicht mit auf die Reise kommt.
Nun steht nur noch die Bezahlung der Reservierung aus. Akzeptiert werden verschiedene Kreditkarten, darunter Mastercard, Visa und American Express. PayPal und Apple Pay stehen nicht zur Verfügung.

Du hast es geschafft! Deine Backcountry-Reservierung ist erfolgreich im System eingegangen und kann nun, falls nötig, über deinen Account bei Parks Canada bearbeitet werden. Der Ablauf für eine Frontcountry-Reservierung ist übrigens nahezu identisch. Hier wählst du auf der Startseite einfach nur „Frontcountry“ aus und dann bei „Park“ beispielsweise „Banff–Lake Louise“, um den Campingplatz zu buchen, den ich während meiner Reise genutzt habe. Bei Frontcountry-Plätzen wird man außerdem nach der Zelt- oder Wohnmobilgröße gefragt. Ein Auto darf übrigens immer auf dem jeweiligen Zeltplatz stehen, auch wenn man nur ein Zelt gebucht hat.
Dass du mehrere Geräte nutzen kannst, um deine Chancen zu erhöhen, habe ich dir ja bereits erzählt. Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit, um mehr Plätze in der Warteschlange zu erhalten. Wie ist das möglich?
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Wir haben nun geklärt, wie man Front- und Backcountry-Campingplätze bucht, aber wie werden diese einzelnen Buchungen am besten in eine sinnvolle Roadtrip-Route umgewandelt? So habe ich es gemacht:
Beginnend mit den Frontcountry-Campingplätzen habe ich diese als Basislager im jeweiligen Nationalpark gebucht. Dabei bieten sich Lake Louise und Jasper jeweils an, um von dort aus zu fast allen Locations meines Alberta Roadtrips zu gelangen. Sprich, ich habe erstmal einen groben Plan gemacht, welche Locations ich eigentlich in welchem Nationalpark sehen möchte. Wie viele Sonnenauf- und -untergänge benötige ich? Damit konnte ich dann zählen, wie viele Tage ich brauche. Dabei kam heraus:
5 Nächte Lake Louise - 5 Nächte Jasper - 4 Nächte Lake Louise.
Damit habe ich grob angefangen. Nun schreibe ich die Daten in eine Excel-Tabelle und gebe an, welche Locations ich wann besuchen möchte, um einen Überblick darüber zu bekommen, an welchen Tagen ich nun jeweils versuche, Backcountry-Campingplätze zu bekommen. Da man in den Nationalparks nicht im Auto schlafen darf, habe ich erstmal für jeden Tag eine Frontcountry-Buchung gemacht. Wenn sich diese dann mit einer Backcountry-Buchung überschneiden, kann man Erstere anpassen und tageweise stornieren.

Hier ist ein Auszug aus der Planung meiner Kanada-Reise 2025. Ich habe mir die Reisedaten, Campingplätze und geplanten Orte notiert. Die Farben dienen als Indikator für den Schwierigkeitsgrad der Wanderungen. An Tag 4 war beispielsweise eine Sonnenuntergangswanderung zum Lake O’Hara (ca. 30 km) geplant, da ich im Frühjahr keine Backcountry-Buchung erhalten hatte, den Ort aber unbedingt sehen wollte.
An Tag 7 ist schließlich Lake O’Hara als Campingplatz eingetragen. Während der Reise habe ich regelmäßig im Parks-Canada-System nachgeschaut und konnte tatsächlich eine passende Stornierung entlang unserer Route zwischen Lake Louise und Jasper buchen. So mussten wir nicht am selben Tag hin- und zurückwandern und konnten sogar bequem den Shuttlebus nutzen.
Auch wenn man im Frühjahr keine Backcountry-Reservierungen bekommt, lohnt sich ein regelmäßiger Blick ins System. Oft werden Plätze zwar in den Warenkorb gelegt, die Buchung jedoch nicht abgeschlossen. Auf diese Weise habe ich am Ende sogar drei Nächte im Mount-Assiniboine-Provincial-Park ergattern können (Noch am selben Tag der Eröffnung des Buchungsfensters).
Der Mount Assiniboine Provincial Park gehört zu den spektakulärsten Backcountry-Zielen in den kanadischen Rocky Mountains und das aus gutem Grund: Es gibt keine Straßen in den Park, sodass der Zugang nur zu Fuß über anspruchsvolle Trails oder per Helikopter möglich ist.
Die Camping-Reservierung läuft hier etwas anders als bei den übrigen Backcountry-Plätzen: Du kannst deinen Campingplatz erst genau 3 Monate vor deinem geplanten Ankunftsdatum buchen. Die Buchung für den Campingplatz erfolgt über BC Parks. Der Ablauf der Buchung ist dem Prozedere bei Parks Canada ähnlich, das ich dir weiter oben bereits erklärt habe. Der Preis pro Nacht für Backcountry-Camping beträgt 10 CAD pro Person.

Beispiel: Planst du deine Ankunft am 15. Juli, öffnet sich das Buchungsfenster für diesen Termin erst am 15. April:

Das erschwert deutlich, die Buchung mit den vor Monaten getätigten Reservierungen für die anderen Campingplätze zu koordinieren und in einen Ablaufplan zu integrieren. Ich habe bei meiner Planung deswegen erstmal den Frontcountry-Campingplatz in Lake Louise gebucht und darauf gesetzt, dass es hier im Provincial Park schon irgendwie mit dem Backcountry-Zeltplatz klappen würde. Hätten wir nichts ergattern können, wären stattdessen Tageswanderungen in anderen Gebieten eine Alternative gewesen.
Eine Buchungspflicht für die Campingplätze besteht vom 20. Juni bis 30. September. Davor und danach ist eine sog. Backcountry-Registrierung nötig. Mehr Infos dazu findest du hier.
Über die Assiniboine Lodge kannst du außerdem versuchen, die Lodge selbst oder die Naiset Huts zu buchen. Beides ist jedoch extrem gefragt, sodass wir hier überhaupt keine Chance hatten. Außerdem ist die Lodge extrem teuer: 10 CAD für das Camping gegenüber 499 bis 729 CAD pro Person und Nacht in der Lodge. Die Neiset Huts kosten zwischen 150 CAD (für 5 Personen und Nacht) bis 240 CAD (für 8 Personen und Nacht).
Beispielsweise für 2026: Die Buchung für den Sommer in den Huts ist am 13.01.2026 online gegangen. Heute, als ich diesen Abschnitt schreibe, haben wir den 14.01.2026, und der gesamte Sommer ist ausgebucht. Camping ist meiner Meinung nach daher die deutlich bessere Option! Solltest du es dennoch probieren wollen, findest du alle wichtigen Informationen und Zeiträume auf der Website der Assiniboine Lodge.
Du kannst keinen Helikopterflug über die Assiniboine Lodge buchen, bevor du eine gültige Campingplatzreservierung hast.
Das bedeutet:
Du musst zuerst deinen Platz am Magog oder Og Lake bestätigen (Ab 3 Monate vor dem geplanten Ankunftstag)
Dann kannst du den Helikopterflug nur mit dieser Bestätigung buchen.
Ohne diesen Camping-Bestätigungscode wird deine Helicopter-Reservierung storniert.
Die Helikopterflüge innerhalb der Saison finden nur an bestimmten Tagen statt. Das sorgt auch dafür, dass die Tage, an denen geflogen wird, bei der Campingplatzbuchung deutlich beliebter sind, da viele den Service nutzen möchten. Es kann also sein, dass du an einem Flugtag nichts bekommst, dafür aber an den Nicht-Flugtagen. Dann müsstest du eben in den Park wandern.
Sommerbetrieb: Mittwoch, Freitag & Sonntag
(an langen Wochenenden statt Sonntag am Montag)
Winterbetrieb: Sonntag & Mittwoch
Die Flüge buchst du dann unkompliziert über die Website der Mount Assiniboine Lodge.
Die Abflüge können sowohl aus der Stadt Canmore (275 CAD pro Person und einfachen Flug) als auch vom Mount Shark Heliport (245 CAD pro Person und einfachen Flug) erfolgen. Beide Routen beinhalten 18 Kilo Gepäck. Pro 500 g Übergepäck werden 10 CAD fällig.
Der Abflug in Canmore ist deutlich beliebter, da die Anreise dorthin einfacher ist. Zum Mount Shart Heliport muss man aus Canmore ca. eine Stunde fahren und hat für das Parken zusätzliche Kosten:
Um mit dem Auto in diesem Bereich parken zu dürfen, ist ein Kananaskis Conservation Pass erforderlich. Den Pass kann man entweder online oder direkt an einer Ranger-Station im Park kaufen. Der Preis beläuft sich auf 15 CAD pro Tag und Auto oder auf 90 CAD pro Jahr. Lohnt sich damit also erst ab dem 7. Tag.
Die genauen Flugzeiten (Oftmals vormittags zwischen 10 und 11 Uhr) werden dir meist erst am Vorabend der Abreise per E-Mail zugewiesen, und du hast darauf keinen Einfluss. Für den Rückflug werden an der Lodge Listen am Vorabend ausgehängt, auf denen man seine Flugzeit sehen kann. Auch vor Ort können sich die Abläufe verzögern. Wir mussten zum Beispiel bei Hin- und Rückflug deutlich länger am Helipad warten, da einer der beiden geplanten Helikopter für eine Rettungsmission benötigt wurde und somit nur noch einer für den Shuttle zur Verfügung stand.
In den letzten Jahren haben sich die Regelungen für den Zugang zu den berühmten Seen Moraine Lake und Lake Louise deutlich verändert und das aus gutem Grund. Die Beliebtheit dieser Spots ist so groß, dass Parks Canada inzwischen den Autoverkehr stark reguliert und Shuttle-Reservierungen zur Pflicht gemacht hat.
Seit 2023 ist die Straße zum Moraine Lake für private Fahrzeuge vollständig gesperrt. Du kannst also nicht mehr mit dem eigenen Auto direkt zum See fahren. Stattdessen ist der Zutritt nur möglich über:
Diese Änderung dient vor allem dazu, die extrem begrenzte Parkkapazität zu regulieren und gleichzeitig das Besuchererlebnis zu verbessern.
Am Lake Louise ist die Situation ähnlich, aber etwas weniger restriktiv:
Du kannst noch mit dem eigenen Auto anreisen, aber die Parkplätze sind sehr schnell ausgebucht und kosten 40 CAD pro Tag. Schon vor Sonnenaufgang kann es vorkommen, dass alle Plätze vergeben sind, besonders im Hochsommer.
Wenn der Parkplatz voll ist, wird die Straße für weitere Fahrzeuge gesperrt, und dann bleibt dir nur noch das Shuttle oder andere Verkehrsmittel. Ich habe häufig gesehen, dass es Tage gibt, an denen das Shuttle komplett ausgebucht ist und Leute, die spontan den See besuchen wollten, im Visitor Center abgewiesen werden und an einem anderen Tag mit einer Buchung versuchen mussten.
Shuttle-Reservierung via Parks Canada
Für beide Seen gilt: Reservierungen für den Parks Canada Shuttle sind notwendig und eröffnen im Frühjahr. Die Tickets werden über das offizielle Parks Canada Reservation Service System gebucht.
Wichtige Punkte zur Parks Canada Shuttle-Reservierung:
Online-Reservierungen öffnen meist Mitte April (am Mittwoch, den 15. April 2026, um 8:00 MT).
60 % der Plätze sind zum Saisonstart frei buchbar, die restlichen 40 % werden zwei Tage vor dem Termin freigegeben (ebenfalls online).
Ohne Reservierung hast du keinen garantierten Shuttle-Platz und gerade in der Hochsaison sind die Plätze oft früh ausgebucht.
Der Shuttle startet am Lake Louise Park & Ride (Lake Louise Ski Resort) und bringt dich bequem zum Lake Louise Lakeshore und weiter zum Moraine Lake.
Alternative Private Shuttle-Optionen
Neben dem offiziellen Parks Canada Shuttle gibt es private Betreiber, die ebenfalls Tickets anbieten, häufig auch Direktfahrten zum Sonnenaufgang oder kombinierte Touren zu beiden Seen im Programm. Diese sind oft teurer (z. B. um die 99 CAD oder mehr für den Sonnenaufgang), bieten dafür aber:
garantierte Sitzplätze trotz Parks Canada Ausverkauf
Sunrise-Shuttle Optionen
manchmal zusätzliche Leistungen wie Guides oder Getränke
Solche Angebote können besonders attraktiv sein, wenn du Sonnenaufgangsaufnahmen machen willst oder das offizielle Shuttle bereits ausverkauft ist. Ich kann beispielsweise die Moraine Lake Bus Company empfehlen.
Reisen in Regionen wie Banff, Lake Louise oder Mount Assiniboine hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Die Besucherzahlen sind stark gestiegen und damit auch die Realität, dass man viele ikonische Orte nicht mehr so erleben kann, wie es früher vielleicht einmal möglich war. Die Vorstellung, dort morgens allein zu stehen, ist heute oft einfach nicht mehr realistisch.
Ist es deshalb schlecht, diese Orte zu besuchen? Meiner Meinung nach nicht. Sie sind nach wie vor beeindruckend und absolut sehenswert. Wichtig ist jedoch, die eigenen Erwartungen anzupassen und bewusster zu reisen. Menschenmengen, Shuttle-Systeme und Einschränkungen gehören mittlerweile dazu, ob man das möchte oder nicht.
Gerade deshalb haben die Backcountry-Erlebnisse für mich einen besonders hohen Stellenwert. Auch hier ist es schwieriger geworden, einen Platz zu bekommen, doch wenn es gelingt, entstehen genau dort die Momente, die eine Reise wirklich prägen. Rückblickend sind es vor allem die Tage im Backcountry, die mir am positivsten in Erinnerung geblieben sind.
Und trotzdem gibt es sie noch: Orte und Zeitfenster, in denen es ruhiger ist, früh morgens, spät abends oder abseits der klassischen Routen. Wer mehr Tipps zu Planung, Timing und Fotospots sucht, findet sie in meinem ausführlichen Kanada-Roadtrip-Blogpost
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