3 Tage Luzern: Eine Wochenendreise zwischen See, Altstadt und Alpen.

Luzern war für mich eine dieser Reisen, bei denen man schon nach den ersten Minuten merkt: Diese Stadt kann mehr als nur hübsch aussehen. Zwischen mittelalterlicher Altstadt, eleganter Seepromenade und den schroffen Gipfeln der Zentralschweiz entsteht ein Spannungsfeld, das man in Europa nur selten so kompakt erlebt. Morgens spazierst du durch enge Gassen mit wunderschönen Fassaden, mittags gleitest du mit dem Schiff über den Vierwaldstättersee, und wenige Stunden später stehst du hoch oben in den Alpen mit Blick auf Gletscher und endlose Bergketten.

In diesem Beitrag teile ich meine persönliche 3-Tage-Route durch Luzern und Umgebung. Vom ersten Stadtrundgang über die legendäre Goldene Rundfahrt auf den Pilatus bis hin zum Ausflug auf den Titlis. Dazu bekommst du praktische Tipps zur Planung, Empfehlungen für Unterkünfte und Restaurants sowie meine liebsten Spots für Sonnenauf- und -untergänge. Perfekt für alle, die in kurzer Zeit möglichst viel von dieser faszinierenden Region sehen möchten.

Meine Reise nach Luzern habe ich in Zusammenarbeit mit dem lokalen Tourismus organisiert. Dieser Blogpost ist jedoch kein Bestandteil des Projekts und spiegelt daher natürlich, wie sonst auch, meine persönliche Meinung mit meinen Empfehlungen wieder.

Unterkunft mit Aussicht: Art-deco-Feeling über dem Vierwaldstättersee

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Quelle: https://www.hotel-montana.ch/bildergalerie

Die Wahl meiner Unterkunft in Luzern war damals kein Zufall: Sie wurde vom Tourismusverband der Stadt getroffen, da ich im Rahmen eines Projekts mit ihnen zusammengearbeitet habe, und im Nachhinein kann ich sagen, dass sie kaum besser hätten entscheiden können. Hoch über der Stadt gelegen, bietet das Hotel eine fantastische Ausgangslage für Erkundungen rund um den Vierwaldstättersee und zugleich einen Logenplatz für eines der schönsten Panoramen der Region.

Von meinem Zimmer aus schweifte der Blick über das glitzernde Wasser des Sees, die Dächer Luzerns und die ersten Bergketten der Zentralschweiz. Gerade in den späten Abendstunden, als die Lichter der Stadt so langsam angingen, war diese Aussicht schlichtweg spektakulär und perfekt für einen Blick vom Balkon, bevor es zum Abendessen ging.

Quelle: https://www.hotel-montana.ch/bildergalerie

Mindestens genauso überzeugend war allerdings das Frühstück: Reichhaltig, frisch und genau das Richtige nach einer frühen Fotosession. Nach Stunden draußen in der kühlen Morgenluft gab es kaum etwas Besseres als mit einer heißen Tasse Kaffee und Blick auf den See in den Tag zu starten und neue Energie für weitere Entdeckungen in Luzern und den Bergen zu sammeln.

In der Stadt gibt es aber natürlich auch zahlreiche andere Hotels und Arten von Unterkünften, sodass für jedes Budget und jeden Geldbeutel etwas dabei ist. Ich würde nur darauf achten, dass die Altstadt zu Fuß erreichbar ist, denn von hier aus werden wir in den kommen Tagen alle Auslüge starten.

Ankommen in Luzern und erste Fotomotive entdecken | Tag 1

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Tiefe Blickwinkel helfen, interessante Kompositionen zu finden.

Eine Anreise mit dem Auto klappt wunderbar und das Parken am Hotel hat die ganze Sache nochmal einfacher gemacht. Ab jetzt kommt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bestens weiter! Meine Frau ist übrigens nach dem Wochenende mit der Bahn zurück ins Ruhrgebiet gefahren, was ebenfalls problemlos geklappt hat. Luzern lässt sich also auch ganz entspannt ohne Auto erreichen, wenn man je nach Wohnort nicht so weit selbst fahren möchte.

Nach der Ankunft in Luzern heißt es erstmal, im Hotel einzuchecken. Kurzes Ankommen, auspacken und dann direkt die Kamera umhängen, Speicherkarte frisch formatiert, Akku voll: Genau so beginnt für mich ein perfektes Wochenende in einer neuen Stadt. Der erste Nachmittag gehört ganz bewusst dem ziellosen Erkunden. Luzern ist wie gemacht dafür, sich treiben zu lassen.

Der Bereich um die Kapellbrücke und den Hafen bietet sich für eine erste Erkundung bestens an.

Zeit durch die Altstadt zu schlendern, vorbei an historischen Fassaden, kleinen Boutiquen und geschichtsträchtigen Plätzen. Immer wieder bleibe ich stehen, wenn sich zwischen den Häusern plötzlich der Blick auf den Vierwaldstättersee öffnet oder ein Sonnenstrahl genau im richtigen Winkel über die Dächer fällt. Entlang der Seepromenade herrscht entspanntes Leben: Spaziergänger, Ausflugsboote, Möwen über dem Wasser und im Hintergrund die ersten Bergketten. Für Fotografen ist das hier ein Traum, egal ob Weitwinkelpanorama oder kleine Details am Straßenrand.

 

Wer in einer Stadt unterwegs ist sollte nicht nur auf Augenhöhe mit einem Standardzoom-Objektiv fotografieren. Tiefe Winkel, Tele- oder Weitwinkel sorgen oft für einzigartige Perspektiven! Hier geht's übrigens zu meinem Foto-Equipment. 

 

Statt eines festen Programms empfehle ich, Luzern einfach auf sich wirken zu lassen: Brücken überqueren, in Seitenstrassen abbiegen, sich an Aussichtspunkten Zeit nehmen und den Rhythmus der Stadt spüren. Gerade zum späten Nachmittag wird das Licht besonders weich und taucht See und Berge in warme Farben. Dann lassen sich wundervolle Geschichten visualisieren!

Vom Rathaussteg und Jesuitenplatz assen sich tolle Perspektiven einfangen.

Die Sonne ist nun endgültig hinter den Bergen verschwunden, die Lichter der Stadt werden langsam entfacht, und die lange Anreise macht sich allmählich bemerkbar: Zeit für ein leckeres Abendessen und hier hat die Stadt vieles zu bieten!

Entlang des Flusses Reuss gibt es zahlreiche Optionen, die direkt am Wasser liegen und nicht nur mit einem tollen Blick und einer ruhigen Lage punkten, sondern auch köstliches Essen servieren. Zugegebenermaßen, am ersten Abend hatte ich richtig Lust auf Pizza und bin zum Ristorante Da Ernesto gegangen. Wer jedoch direkt Schweizer Köstlichkeiten erleben möchte, ist im Restaurant Schiff nebenan sehr gut aufgehoben. Allemal darf man sich als deutscher Urlauber nicht wundern: Die Preise in der Schweiz sind einfach deutlich über dem, was wir aus der Heimat gewohnt sind. Eine große Portion Spaghetti Carbonara kostet beispielsweise umgerechnet 26 Euro...

Morgenspaziergang in Luzern & Goldene Rundfahrt bis
auf den Pilatus | Tag 2

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Eine Bootsfahrt auf dem Vierwaldstättersee darf auf keinen Fall fehlen!

Der Tag beginnt früh, wie eigentlich immer, wenn meine Kamera mit mir verreist. Noch bevor die Stadt richtig wach ist, geht es hinaus an den See, nur wenige Schritte vom Hotel entfernt. Die Luft ist frisch, das Wasser spiegelglatt und die Reflexion der Berge zeigt sich im sanften Morgenlicht. Es geht entlang der Promenade in Richtung der Altstadt. 

Früh Morgens entlang der Promenade gibt es viele spannende Motive zu endtecken.

Mein Ziel ist die Spreuerbrücke. Sie ist die letzte Holzbrücke innerhalb der Altstadt und grenzt mit dem Hafen das Gebiet ein, das sich meiner Meinung nach in den frühen Morgenstunden als ideal für den Start in den Tag erweist. Orte wie das Nadelwehr Luzern, der Josi-J.-Meier-Platz und die Jesuitenkirche sind nur Beispiele für spannende Fotomotive! 

Vor allem an einem sonnigen Morgen hat man hier die Möglichkeit, mit Licht und Schatten zu spielen, Motive entlang des Flusses sowie in der Entfernung für sich zu entdecken. Je nach Jahreszeit gibt es auf den verschiedenen Berggipfeln einen wunderbaren Morgenglow, den man fotografieren kann. 

Mit einem weiteren Halt an der Kapellbrücke (Abends ist dort einfach deutlich mehr los) geht es zurück in Richtung Hotel, wo ein reichhaltiges Frühstück wartet. Und das ist auch gut so, denn jetzt steht einiges auf dem Programm!

 

Ich habe vom Tourismus einen Tell-Pass für die 3 Tage in Luzern bekommen. Ein Mobilitäts-Pass für die Zentralschweiz, welcher Zutritt zu vielen Bahnen, Schifffen und Bergbahnen gewährt. Hier gilt natürlich, je mehr man fährt, desto eher lohnt es sich. Alle folgenden Stationen können natürlich auch mit Einzeltickets befahren werden.

 

Die Goldene Rundfahrt beschreibt eine Tour, die in Luzern startet und mit dem Schiff, einer Zahnradbahn, einer Luftseilbahn und einer Panorama-Gondelbahn rund um den Luzerner Hausberg verläuft. Los geht es in Luzern am Hafen mit dem Schiff in Richtung Alpnachstad. Hier findest du den aktuellen Fahrplan. Das Schöne an der Schiffstour: Es gibt mehrere Haltestellen entlang des Weges, sodass man direkt eine Rundfahrt auf dem Vierwaldstättersee inklusive hat.

Erst mit dem Schiff und dann mit der Zahnradbahn geht es rauf auf den Pilatus, der Hausberg von Luzern.

Nur wenige Minuten vom Anleger entfernt liegt die Station der Pilatus-Zahnradbahn, mit der es nun auf den Pilatus geht. Früh zu sein lohnt sich, denn nur so bekommt man einen der begehrten Fensterplätze, wobei es auf beiden Seiten eine tolle Aussicht zu genießen gibt.

Leider war es an dem Tag so, dass das Wetter andere Pläne hatte, denn auch wenn der Morgen wundervoll und klar war, so waren bis zum Mittag einige Wolken aufgezogen, wodurch der Blick auf die Stadt und die umliegenden Täler versperrt geblieben ist. Trotzdem gibt es hier oben natürlich viele spannende Ziele. Zu empfehlen ist beispielsweise die Wanderung zum Tomlishorn, wo ich viele Steinböcke gesehen habe. Und wenn das Hungergefühl eingeholt hat – bis hierher ist man ja schließlich schon ein paar Stunden unterwegs gewesen – so finden sich in der Bergbahnstation ein paar gute Optionen für ein Mittagessen!

Da sich auch nach einiger Zeit nichts an der Wolkensituation geändert hat, geht es nun wieder runter in Richtung Luzern. Dieses Mal aber nicht mit der Zahnradbahn, sondern mit der Panorama-Bergbahn nach Kriens. Von hier kann man theoretisch mit dem Bus zurück in die Stadt fahren. Wir haben uns jedoch dafür entschieden zu laufen, da die Distanz nicht sonderlich weit ist.

Zeit für ein wenig Relaxen im Hotel und am Abend geht es dann wieder in eines der vielen Restaurants in der Altstadt. Wer es etwas deftiger mag sollte die Rathaus Brauerei besuchen, traditioneller geht es im Fondue House du Pont zu.

Hoch hinaus –
Gletscherwelt am Titlis | Tag 3

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Bereits die Fahrt zum Titlis ist ein wahres Highlight!

Heute geht es nicht ganz so früh los, sondern erst in Ruhe nach dem Frühstück. Denn ein weiteres Highlight der Region steht auf dem Programm: Ein Ausflug zum Titlis.

 

Es kommt jetzt ein wenig auf deine eigene Planung an. Möchtest du wirklich nur das Wochenende in Luzern verbringen, also bei 3 Tagen auch die Anreise mitrechnen, so müsstest du jetzt aus dem Hotel auschecken und dein Gepäck entweder dort oder im Auto verstauen. Im Idealfall bleibst du drei Nächte in Luzern und checkst erst Morgen aus. 

 

Von Luzern aus geht es mit dem SBB-Zug (Im Tell-Pass inklusive) nach Engelberg. Schon diese Fahrt ist ein Erlebnis für sich. Die Landschaft verändert sich Kilometer für Kilometer: Sanfte Hügel werden zu steilen Felswänden, Wasserfälle ziehen am Fenster vorbei und immer tiefer schiebt sich das Tal in die Alpen hinein. Zum Fotografieren aus dem fahrenden Zug ist es sicher nicht so einfach, aber ein wahrer Genuss für das Auge!

In Engelberg angekommen, geht es nach ein paar Minuten zu Fuß direkt mit den Bergbahnen weiter. Mit jeder Sektion wird die Aussicht spektakulärer, bis schliesslich Schnee und Eis die Szenerie prägen. Oben am Titlis, dem einzigen erschlossenen Gletscher in der Zentralschweiz, angekommen, empfangen einen die hochalpine Luft, knirschender Schnee unter den Schuhen und ein wunderschönes Panorama.

Der Blick vom Gipfel ist ein absoluter Traum und bei den richtigen Bedingungen kann man gefühlt endlos weit schauen.

Ein absolutes Muss ist der berühmte Titlis Cliff Walk. Schritt für Schritt geht es über die schmale Hängebrücke, tief unter einem fällt der Fels in die Tiefe, während ringsum Gipfel und Gletscher in alle Richtungen aufragen. Ein perfekter Ort, um mit dem Weitwinkel zu arbeiten und die Dimensionen dieser Landschaft einzufangen. Aber auch ein Teleobjektiv ist hilfreich, um die vielen Details im Eis festzuhalten. Danach lohnt sich ein Abstecher in die Gletschergrotte, wo das blau schimmernde Eis fast surreal wirkt.

Ein weiterer Stopp führt einen hinunter zum Trübsee. Dieser liegt an der Mittelstation, sprich, es ist möglich, auf dem Hin- und/oder Rückweg auszusteigen. Hier wird es ruhiger, fast meditativ. Der See liegt eingebettet zwischen Bergen, kleine Hütten liegen entlang des Ufers und malerische Wege laden zu einem Spaziergang ein. Je nachdem, wann man hier ist, lohnt sich ein Abstecher ins Berghotel Trübsee oder ins Alpstubli am Trübsee für ein leckeres Mittagessen.

Am Nachmittag ist es Zeit, sich langsam wieder auf den Rückweg Richtung Luzern zu machen. Nach zwei intensiven Tagen in der Stadt und in den Bergen fühlt sich dieser letzte Ausflug wie der perfekte Abschluss an: Nochmal frische Alpenluft und nochmal grosse Panoramen genießen.

Der Titlis Cliff Walk und die Gletschergrotte sind meine Highlights hier oben auf dem Berg.

Auch die Rückreise mit der SBB klappt problemlos. Ein wahres Urlaubsgefühl kommt auf, wenn man sich einfach im Zug zurücklehnen kann, sich nicht über Verspätungen aufregen muss und das Auto am Hotel stehen lassen kann. Die Entschleunigung ist spürbar und man möchte gar nicht, dass das Wochenende zu Ende geht!

Zurück in der Stadt kann der Abend entspannt ausgeklungen werden. Vielleicht noch ein letzter Spaziergang entlang des Sees, ein gutes Essen in der Altstadt und dieses Gefühl, dass drei Tage in Luzern zwar kurz sind, aber unglaublich viele Eindrücke hinterlassen.

Im Schein der Stadtlichter geht es zurück zum Hotel. Die Bergluft macht müde und so ist es Zeit für die letzte Nacht in Luzern. Am nächsten Morgen steht dann nur noch das leckere Frühstück an, das ich vermissen werde, und die Heim- bzw. Weiterreise, je nachdem, was deine Pläne sind!

Ich hoffe, dass ich dir einen guten ersten Eindruck von Luzern und der Umgebung geben konnte! Ich möchte unbedingt nochmal hin, denn ich habe noch eine Rechnung mit den Wolken am Pilatus offen.

Hast du Tipps für Luzern? Dann schreib diese gerne in einen Kommentar unter diesem Beitrag. 

Hi! Ich bin´s Marcel. Fotograf und Reiseenthusiast aus Bochum. Schön, dass es dich auf meinen Blog verschlagen hat!

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