Camperreise durch Irland: Roadtrip entlang des Wild Atlantic Way.

Ich nehme dich mit auf eine spannende Camperrundreise entlang des Wild Atlantic Ways in Irland. Auf dem Programm stehen charmante kleine Städte, beeindruckende Klippen und tierische Begegnungen. In diesem Artikel werde ich dir meine genaue Route, sowie meine Lieblings-Fotospots zeigen, damit du ganz viel Inspiration für dein eigenes Irland-Abenteuer sammeln kannst.

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Warum diese Route durch Irland?
Ein paar Hintergründe zur Reise.

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Die Cliffs of Moher sind für viele ein Highlight, trotz Massentourismus. Ich werde dir tolle Alternative zeigen!

Irland und vor allem der Wild Atlantic Way, eine 2500 km lange Straße entlang der Küste, standen schon sehr lange auf meiner Bucketliste und daher bin ich umso glücklicher gewesen, dass es im September 2025 endlich so weit war! Ich sollte das erste Mal meinen Fuß auf irischen Boden setzen, und ich sag es direkt vorweg: Ich habe mich verliebt!

Doch ist dieses Abenteuer kein Urlaub für mich gewesen: Viele meiner Reisen entstehen in Zusammenarbeit mit tollen Partnern, ohne die es erst gar nicht möglich wäre, so viele wunderbare Reisen zu erleben und nun auch euch präsentieren zu dürfen! Und genau das ist auch hier der Fall. Diese Camperreise war ein Projekt mit der Wohnmobilmarke Carado, dem Fähranbieter DFDS und dem nationalen Tourismusverband Tourism Ireland. Solche Kooperationen machen Projekte unglaublich spannend, bringen aber auch eine besondere Dynamik in die Planung: Man versucht, möglichst viele Facetten eines Landes zu zeigen, gleichzeitig die Erwartungen aller Beteiligten zu erfüllen und ist zeitlich deutlich weniger flexibel als bei einer rein privaten Reise, da am Ende ja alle Parteien auch Verfügbarkeiten zur selben Zeit haben müssen.

In den nächsten Minuten wirst du viele Highlights in Irland kennenlernen, die du nicht verpassen möchtest! Und keine Sorge: Ich schreibe die Namen der Locations überall dran!

In meinem Fall kam hinzu, dass vor und nach dem Roadtrip bereits weitere Projekte sowie meine eigene Hochzeit anstanden. Mehr als sieben Tage in Irland waren schlicht nicht möglich, weshalb genau diese eine Woche das Maximum war, das ich aus dem Kalender herauspressen konnte, zumal ja noch die An- und Abreise mit der Fähre ein wenig Zeit in Anspruch genommen hat. Rückblickend lässt sich sagen: Es war intensiv, abwechslungsreich und landschaftlich überwältigend, aber eben auch straff getaktet. Würde ich diese Reise noch einmal planen oder weiterempfehlen, würde ich ganz klar sagen, dass man mindestens zehn Tage, idealerweise sogar zwei Wochen, einplanen sollte. Weniger tägliche Fahrstrecken bedeuten mehr Zeit für spontane Stopps, Wanderungen, kleine Orte abseits der Route und jene unerwarteten Momente, die einen Roadtrip eigentlich erst perfekt machen, von denen ich aber zum Glück trotz der kurzen Zeit schon so viele erleben durfte.

Im Laufe dieses Blogbeitrags werde ich deshalb nicht nur zeigen, welche Orte ich in dieser Woche besucht habe, sondern auch jene erwähnen, die ich gerne noch eingeplant hätte: Spots, die dem Wetter zum Opfer gefallen sind oder die schlicht außerhalb des zeitlich Machbaren lagen. Vielleicht hilft genau das bei deiner eigenen Planung. Mit etwas mehr Zeit im Gepäck noch tiefer in diese faszinierende Insel einzutauchen. Für mich war es die richtige Entscheidung, denn ich wollte einen groben Überblick über die Insel bekommen und weiß jetzt, wo ich beim nächsten Mal nochmal länger hinreisen möchte!

Anreise nach Irland –
Mit der Fähre von DFDS raus auf den Atlantik

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Von Dünkirchen geht es mit der DFDS Fähre Richtung Rosslare, Irland.

Meine Reise beginnt im Norden Frankreichs, genauer gesagt in Dünkirchen, von wo aus ich mit der Fähre nach Rosslare Harbour übersetzte. Naja, gut, eigentlich beginnt sie natürlich in Bochum, wo ich den Camper in Empfang genommen und bestückt habe. Darum geht's aber später! Rund 24 Stunden dauert diese Überfahrt und genau das machte sie für mich zu einem überraschend entspannten Start in den Roadtrip.

Der größte Vorteil: Ich kann meinen Camper direkt mitnehmen, habe keinerlei Gepäcklimit und kann bereits zu Hause alles vorbereiten: Vom Kameraequipment über Kleidung bis hin zu den ersten Lebensmitteln. Kein Warten am Kofferband, kein Mietwagen-Schalter, kein Umpacken auf dem Parkplatz. Stattdessen rollt man in Ruhe aufs Schiff, weiß, dass alles an Bord ist, und kann den Kopf schon langsam auf „Reisemodus“ stellen. Für mich ist das ein enormer Pluspunkt gegenüber dem Fliegen, gerade bei längeren Roadtrips mit viel Technik im Gepäck.

Der Ablauf ist dabei angenehm unkompliziert. Der Check-in erfolgt vorab online, und wer früh genug am Hafen ist, vermeidet jeglichen Stress beim Boarding. Die Crew nimmt einen direkt in Empfang, weist das Fahrzeug ein und teilt anschließend die Kabine zu. Ich habe mir extra eine kleine Reisetasche für die nächsten 24 h gepackt, damit ich ansonsten alles andere an Gepäck einfach im Camper lassen kann. Das Fahrzeugdeck ist eh nicht zugänglich und wenn man nicht gerade seine Wertsachen hinter der Windschutzscheibe parkt, sollte man auch mit gutem Gewissen Sachen im Camper lassen können.

So eine Überfahrt in einem schwimmenden Hotel ist einfach deutlich stressfreier als eine Anreise mit dem Flugzeug.

An Bord selbst ist man bestens für alles gesorgt: Frühstück, Mittag- und Abendessen sind inklusive und werden im Buffet angeboten. Ideal, um sich ohne großen Aufwand durch den Tag treiben zu lassen. Je nach Schiff gibt es außerdem eine Bar, einen kleinen Shop sowie Bereiche für Kinder, damit auch Familien die Zeit gut überbrücken können. Bei gutem Wetter lohnt sich vor allem der Gang aufs Außendeck: Dort sitzt man mit Blick aufs Meer, entdeckt immer wieder Küstenlinien und irgendwann die ersten Umrisse Irlands am Horizont, wodurch die Vorfreude auf die kommenden Tage steigt.

Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt war es bei mir relativ windig und wir hatten einen ganz guten Wellengang. Auf dem Schiff selber war davon aber kaum etwas zu merken, sodass hier sicherlich auch Personen, die zur Übelkeit neigen, gut mit anreisen können.

Aus meiner Perspektive ist diese Art der Anreise genau richtig: Ruhig, komfortabel und perfekt, um ohne Hektik in das Abenteuer zu starten. Gleiches gilt übrigens auch für die Rückfahrt, die ich nicht in einem eigenen Kapitel behandeln werde.

Beim nächsten Mal, wenn ich mit einem Camper durch Irland reisen sollte, werde ich definitiv wieder mit der Fähre anreisen.

Am Ende ist es aber natürlich auch eine Preisfrage und es muss durchgerechnet werden, was sich für die eigene Reise lohnt. Besitzt du bereits einen Camper oder möchtest du mit dem eigenen Auto anreisen? Dann lohnt es sich sicherlich, im Vergleich zu Flügen für mehrere Personen und Auto oder Camper in Irland zu buchen. Hat man eventuell Kinder mit viel Gepäck dabei? Dann ist die Lösung mit der Fähre auch entspannter als eine Anreise mit dem Flieger. Ich könnte jetzt versuchen, genau auszurechnen, was es im September 2026 mit sämtlichen Verkehrsmitteln kostet; im Endeffekt ändern sich diese Preise aber täglich, und jeder hat eine andere Voraussetzung für eine solche Reise, weshalb eine Vergleichbarkeit nur schwer zu erreichen ist.

Daher kann ich nur empfehlen, die verschiedenen Angebote von Fähren, Airlines, Mietwagen- und Camperverleihen zu vergleichen und individuell zu entscheiden, welche Anreise mehr Sinn macht.

Mein fahrbarer Untersatz in Irland – Unterwegs im Camper von Carado

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Selbst die engen und kurvigen Straßen im Linksverkehr hat der CV541 Pro von Carado bestens gemeistert.

Für diesen Roadtrip durch Irland habe ich den Carado CV541 Pro als Pressefahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen, von dem ich dann auch Aufnahmen für Carado angefertigt habe.

Schon bei der Planung war klar, wie wichtig die Wahl des richtigen Campers sein würde. Ich werde alleine unterwegs sein und brauche kein riesiges Wohnmobil. Vor allem aber sind die Straßen in Irland oft deutlich schmaler, als man es aus Mitteleuropa kennt: Viele Single-Lane-Roads, enge Kurven, hohe Hecken links und rechts und regelmäßig die leise Hoffnung, dass hinter der nächsten Biegung kein LKW auftaucht. Und dann natürlich noch der Linksverkehr, der das Abschätzen von Abständen erschwert.

Genau deshalb würde ich für eine Camperreise auf der Insel immer zu einem kompakten Fahrzeug raten. Der CV541 Pro trifft diesen Nerv ziemlich perfekt. Durch das Aufstelldach habe ich genau dann zusätzlichen Raum, wenn ich ihn brauche, und bleibe während der Fahrt angenehm kompakt. Unten kann ich dauerhaft am Tisch sitzen, essen, meine Bilder sichern, bearbeiten und die nächsten Tage planen. Abends reicht ein Griff, um das Dach hochzuklappen und mir meinen Schlafplatz zu schaffen. Dieses flexible Raumkonzept ist für eine Solo-Reise ideal.

Mit 1,85m Körpergröße ist für mich ein entscheidender Faktor: Kann ich im Camper stehen? Und das klappt auch mit geschlossenem Dach.

Ein weiterer riesiger Vorteil, wenn man sich für einen Camper als fahbaren Untersatz entscheidet, ist die Unabhängigkeit. Ich habe zwar eine grobe Route im Kopf, muss sie aber immer wieder an das Wetter anpassen, was in Irland schlicht dazugehört. Statt Hotels im Voraus buchen zu müssen, reichte es, jeweils einen passenden Campingplatz zu suchen. Wobei ich hier direkt einschieben muss: Es gibt Regionen, in denen das absolut kein Problem war, und an manchen Tagen habe ich mich extrem schwer getan.

Mit eigener Küche, ausreichend großem Wassertank und gut geladener Bordbatterie kann ich problemlos autark unterwegs sein und notfalls auch mal ein oder zwei Tage an einem Ort bleiben, ohne sofort Strom oder Frischwasser zu brauchen. Gerade für spontane Stopps an der Küste oder in abgelegeneren Gegenden ist das Gold wert.

 

Achte bitte trotzdem darauf, dass du dich an die örtlichen Regeln hältst, denn das Wildcampen in Irland ist nicht gestattet und Wohnwagen gehören auf einen Campingplatz. Im ländlichen Raum wird zwar vieles toleriert, dennoch ist man deutlich eingeschränkter als in Skandinavien.

Vor allem die Möglichkeit jederzeit und überall geschützt und mit frischen Lebensmitteln kochen zu können ist ein riesiger Camper-Bonus.

Grundsätzlich ist die Infrastruktur in Irland aber sehr gut, auch wenn ich mich manchmal mit den Campingplätzen schwer getan habe. Doch Tankstellen, Stellen für Frischwasser, Supermärkte und Co. sind eigentlich überall ausreichend gegeben, weswegen man da schon mal keine Sorge vorhaben muss, irgendwann nicht mehr weiterzukommen.

 

Schreib mir gerne mal in die Kommentare unter dem Beitrag, ob du eher mit einem Camper oder lieber mit einem Mietwagen + Unterkünften unterwegs bist und was für dich jeweils der ausschlaggebende Vorteil ist.

Von der Fähre direkt ins Abenteuer im County Cork | Tag 1

Kurz vor Mitternacht legt das Schiff in Rosslare an, und ich kann von Bord fahren. Da ich auf der Fähre ein paar Stunden vorgeschlafen habe und die Nacht ohnehin schon zur Hälfte vorbei ist, entscheide ich mich spontan, noch in Richtung meines Sonnenaufgang-Spots aufzubrechen: zu den Cliffs of New Head.

Für die ersten paar Stunden Schlaf in Irland muss ein Parkplatz ausreichen. Etwas, das in Irland eher eine Grauzone ist: Nicht explizit verboten, aber eben auch kein offizieller Stellplatz. Für diese eine Nacht lässt es sich nicht vermeiden, vor allem weil ich vorher gar nicht wusste, wo ich wohl zum Übernachten anhalten würde. Für den restlichen Roadtrip soll das allerdings die Ausnahme bleiben.

Der Sonnenaufgang an den Klippen ist dann ein perfekter Einstieg in diese Reise: Rau, windig, dramatisch, genau so, wie man sich Irlands Küste vorstellt und auch genau die Landschaft, die mich von nun an entlang des Wild Atlantic Ways begleiten wird und die ich so lieben lernen werde. Nur durch Zufall in der Nähe entdeckt: Der Garrylucas Beach. Wollte die Sonne an den Cliffs of New Head noch nicht so richtig rauskommen, so ist sie hier besonders deutlich zu sehen. Und das ist auch etwas, womit man in Irland umgehen muss. Sonne, Wolken und Regen wechseln sich im Minutentakt ab und machen am Ende aber auch diese besondere Stimmung aus.

Cliffs of New Head und der Garrylucas Strand sind meine ersten Stops auf dieser Reise!

Anschließend fahre ich weiter nach Cobh, wo ich einen kleinen Stadtbummel einlege und mir erstmal etwas zum Frühstück besorge. Vor allem an der Wasserfront eröffnen sich großartige Perspektiven auf die St.-Coleman-Kathedrale oberhalb der bunten Häuserreihen. Zwar ein klassisches Motiv, das dennoch begeistert. Ansonsten kann ich folgende Orte noch empfehlen: Den Kennedy Pier, Casement Square, Pearse Square, Lower Midleton Street.

Street-Fotografen kommen hier auch auf ihre Kosten: Viele Einheimische angeln am Hafen, allgemein herrscht ein reges Treiben, so wie es scheint, vornehmlich durch Einheimische.

Auch hier wieder das typische Wetter: Erst Platzregen, dann Sonnenschein.

Von dort führt meine Route weiter zum Blarney Castle and Gardens. Ja, touristisch, ohne Frage. Aber der Besuch lohnt sich, vor allem, wenn man sich nicht nur auf die eigentliche Burgruine konzentriert, sondern auch das Herrenhaus von außen sowie die weitläufigen Gärten erkundet. Während sich die meisten Besucher rund um den berühmten Stein in der Ruine tummeln, finde ich dort deutlich ruhigere Ecken und kann entspannt durch die Anlage spazieren.

Trotzdem bin ich eigentlich kein Fan von solchen Orten, an denen viele Touristen tagsüber gebündelt hingefahren werden. Aber ein bisschen Kultur und Geschichte darf auf so einer Reise halt auch nicht fehlen! Die einsame Natur werde ich in den nächsten Tagen noch genug erkunden.

Blarney Castle and Gardens ist zwar sehr touristisch, ein Besuch kann sich dennoch lohnen.

Am Nachmittag steht noch ein Abstecher nach Gougane Barra auf dem Programm. Leider spielt das Wetter hier überhaupt nicht mit: Starker Regen lässt mir kaum Zeit, die Gegend richtig zu erkunden. Am Ende bleibt es bei ein paar schnellen Aufnahmen der Kirche, bevor ich, durchnässt und etwas fröstelnd, zu meinem ersten Campingplatz weiterfahre, um mich dort erstmal zu trocknen und heiß zu duschen.

Goleen Harbour Eco Resort ist mein erster Campingplatz. Klein, aber mit einer guten und sauberen Ausstattung und nahe gelegen an dem Ort, wo ich den heutigen Sonnenuntergan fotografieren möchte.

Doch der Tag ist noch nicht vorbei. Kurzentschlossen mache ich mich zum Sonnenuntergang erneut auf den Weg, diesmal Richtung Mizen Head – ein spektakulärer Ort an der zerklüfteten Südküste. Der eigentliche Zugang zum Leuchtturm ist allerdings nur tagsüber geöffnet, weshalb sich der Spot streng genommen nicht ideal für Sonnenauf- oder -untergänge eignet, wenn man ganz nach vorne laufen möchte. Ich bleibe am Parkplatz, lasse die Drohne steigen und kann trotzdem einige starke Perspektiven auf die Klippen einfangen.

Trotzdem gilt: Wer diesen Ort in Ruhe erleben will, sollte ihn tagsüber definitiv besuchen – auch wenn es dann voller ist. In meinem straffen Zeitplan ist das an diesem Tag schlicht nicht drin.

So endet der erste Tag genauso, wie ich mir den Start in diesen Roadtrip vorstelle: lang, intensiv, wettergeprägt und voller erster Eindrücke, die sofort Lust auf mehr machen.

Bergpässe, Nationalpark & der erste Tag entlang des Atlantiks im County Kerry | Tag 2

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Mit dem Camper gehts über Stock und Stein und durch die engen Straßen von Irland.

Der Wecker klingelt früh, denn der Tag beginnt mit einem Sonnenaufgang am Healy Pass. Die schmale Passstraße windet sich in engen Serpentinen durch die Hügel, Nebelschwaden ziehen durch die Täler (nur leider nicht entlang des Passes in meinem Fall) und mit dem ersten Licht wird die Landschaft in ein weiches Gold getaucht. Um diese Uhrzeit ist es still und vor allem gibt es kaum Verkehr, nur Wind und das entfernte Blöken von Schafen. Genau für solche Momente stehe ich früh auf.

 

Das trifft übrigens auch auf viele andere Orte, nicht nur in Irland, zu. Klar, manche sind vor allem für den Sonnenaufgang berühmt und daher auch schon morgens sehr voll. Doch auch im Jahr 2026 mögen es die meisten Menschen in ihrem Urlaub ausschlafen und daher ist es für uns Fotografen die beste Zeit!

 

Von hier aus geht es weiter in den Killarney-Nationalpark. Statt ein festes Ziel anzusteuern, lasse ich mich treiben und lege immer wieder kurze Stopps entlang der Straße ein. Seen, alte Steinmauern, verwunschene Wälder. Der Park wirkt an vielen Stellen fast wie eine Filmkulisse; es war bestimmt auch schon öfter, aber ich kann mir nicht mal die Titel von Filmen merken! Der Torc-Wasserfall ist auf jeden Fall einen kurzen Halt wert. Über einen befestigten Weg gelangt man recht schnell dorthin.

Mein Highlight hier im Park ist jedoch der Besuch des Ross Castles, das direkt am Ufer des Lough Leane liegt. Das Zusammenspiel von Burg, Wasser und Bergen im Hintergrund ist fast schon zu perfekt. Da das Wetter an diesem Tag extrem wechselhaft war, hatte ich vermutlich Glück und konnte die Burg dennoch fast für mich allein genießen. Wenn ich mir jedoch die Parkplätze und Imbissmöglichkeiten so ansehe, dann kann ich mir gut vorstellen, wie es hier bei gutem Wetter und vor allem tagsüber am Wochenende aussieht!

Das satte Grün des Killarney Nationakparks werden wir auch in den kommenden Tagen noch oft genießen dürfen.

Zur Mittagszeit zieht es mich weiter Richtung Küste. Mein Pausenplatz ist ein Viewpoint oberhalb des Inch Beach. Von hier oben hat man einen weiten Blick über den langen Sandstrand und den dahinter liegenden Atlantik. Während ich im Camper sitze, koche und esse, breitet sich unter mir diese Kulisse aus, denn ich kann ganz einfach die Doppeltüre des Kofferraums öffnen und direkt von meiner Sitzbank aus auf den Strand blicken. Ein ziemlich perfekter Ort für eine entspannte Mittagspause!

 

Am Nachmittag fahre ich weiter zu meinem Campingplatz für die Nacht, checke ein und nutze die Zeit, um die Akkus aufzuladen, Wasser aufzufüllen und kurz durchzuatmen. Der Campingplatz für heute Abend heißt: Campail Teach an Aragail oder auch Dingle Camping auf Google.

Mittagessen with a view würde ich mal behaupten! Der Inch Beach ist ein lohnenswerter Halt!

Doch der Tag endet hier natürlich noch nicht: Zum Sonnenuntergang mache ich mich noch einmal auf den Weg. Auf geht es zum Dunquin Pier – ein Motiv, das ich unbedingt fotografieren wollte. Die geschwungene Betonrampe, die sich hinunter zum Meer zieht, gehört zu den ikonischsten Fotomotiven der Region. Gedacht, damit Besucher und Einheimische zum Bootsanleger gelangen können, stellt die geschwungene Form vor allem ein tolles Fotomotiv dar.

Das Wetter hat an diesem Tag jedoch andere Pläne gehabt und statt eines farbenfrohen Sonnenuntergangs gab es Platzregen und tiefe Wolken. Und ich bin ehrlich: für das jetzt folgende Foto bin ich bis auf die Unterhose nass geworden, aber die Stimmung passt zu dem Ort am Ende auch einfach besser als ein blauer Himmel. Oder?

 

Und hier kommt auch wieder der Vorteil einer Camperreise ins Spiel: Da ich zu faul war, um mir meine Regenjacke mitzunehmen, und gedacht habe: „Ach, der Regen ist sicher vorbei“, und dann natürlich überrascht wurde, hätte ich mit einem Mietwagen jetzt weniger Komfort, um mich abzutrocknen und frische Kleidung anzuziehen. Vor allem, wenn der Koffer gar nicht im Mietwagen, sondern bereits in der Unterkunft für die Nacht ist.

So habe ich im Carado alles an Ort und Stelle, kann die nasse Kleidung im Badezimmer zum Trocknen aufhängen und bin bereits wieder trocken und warm, bevor ich am Campingplatz für die nächste Nacht in Irland zurückkomme.

Einsame Klippen & große Kontraste im County Clare | Tag 3

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Die Kilkee Klippen gehören auf jeden Fall zu meiner persönlichen TOP 3 hier in Irland!

Der Tag beginnt früh am Clogher Strand. Das erste Licht lässt auf sich warten, denn die Regenwolken vom Abend zuvor sind noch nicht ganz verschwunden. Das Meer an den Küstenstreifen ist unruhig, obwohl kaum Wind weht, und daher entscheide ich, die Drohne in die Luft zu schicken und heute früh vor allem aus der Vogelperspektive nach Motiven zu suchen. Bis auf ein paar Möwen ist kaum jemand unterwegs. Genau diese stillen Morgenmomente machen für mich einen Roadtrip aus: Wenn man einen Ort fast für sich allein hat und das Gefühl bekommt, ganz langsam im Tag anzukommen und in Ruhe, ohne die Hektik von überfüllten Instagram-Spots, fotografieren zu können.

Danach fahre ich weiter nach Dingle für einen kurzen Stadtbummel. Kleine bunte Häuser, Cafés, Fischerboote im Hafen. Dingle wirkt lebendig, aber entspannt und soll der erste Kontrast für heute sein. Von einsamen Stränden hin zu belebten, aber sehr kleinen, Einkaufsstraßen. Ich nutze die Gelegenheit, eine heiße Schokolade zu trinken, sichere ein paar Bilder der Drohne und lasse mich ein wenig durch die Straßen treiben, bevor es wieder weitergeht.

 

Und das hier ist definitiv mein nächster Tipp! Kein wirklicher Fototipp, aber er wird dir notfalls deine Fotos retten. Immer wenn ich mit der Drohne geflogen bin versuche ich sofort alle Daten zu sichern oder wechsle mindestens mal die SD Karte aus. Denn ich sehe jeden Flug als möglichen Letzten und es wäre ja super ärgerlich, wenn man dann alle Daten der vorherigen Flüge verlieren würde!

So ein Start in den Tag, abseits von all dem Trubel, ist doch einfach nur perfekt!

Mein nächstes Ziel ist Kilkee, ein charmantes kleines Küstenstädtchen mit weitem Blick über die Bucht. Hier hab ich nur kurz gehalten, um mir etwas im Supermarkt zu besorgen.

Generell hab ich die Basics im Camper eigentlich schon mitgebracht. Aber ich habe mir dann immer bei Gelegenheit frische Dinge besorgt, wie Joghurt, Obst und Co, weil der Kühlschrank jetzt auch nicht super groß ist.

Es gibt allerdings eine ganz nette Promenade, die zum Flanieren einlädt. Nur wenige Minuten entfernt liegen die Kilkee Cliffs und sie gehören für mich ganz klar zu den Top 3 Locations dieses gesamten Roadtrips.

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Die Klippen sind wild, rau und deutlich weniger besucht als andere bekannte Spots entlang der Westküste. Es gibt keine festen Wege, keine großen Absperrungen; stattdessen kann ich die Küstenlinie frei erkunden, verschiedene Perspektiven suchen und mir Zeit nehmen. An diesem Tag bin ich dort fast allein unterwegs, vermutlich weil auch heute das Wetter eher schlecht ist. Wobei man sich da als Tourist in Irland einfach dran gewöhnen sollte. Ich habe für alle 30 Minuten Regen wunderbare 15 Minuten Sonne im Schnitt bekommen und genau dieser Wechsel hat dann zur Dramaturgie der Landschaft beigetragen.

So ein einzigartiger Ort und dann nur so wenig besucht. Ein Traum für alle Fotoenthusiasten.

Am späten Nachmittag fahre ich weiter Richtung Doolin zu meinem Campingplatz. Auf dem Weg komme ich zwangsläufig an den berühmten Cliffs of Moher vorbei, daher halte ich kurz an. Und es hat natürlich seine Gründe, weshalb sie weltweit so berühmt sind. Auch hier krachen die Wellen mit enormer Kraft gegen die steilen Felswände. Von den Aussichtspunkten eröffnet sich ein perfektes Panorama, und das Ganze ist mit guter Infrastruktur ausgestattet: große Parkplätze, Toiletten, Shops und Imbisse.

Aber der Kontrast könnte kaum größer sein. Nach der Weite und Ruhe der Kilkee Cliffs wirken die Cliffs of Moher fast wie eine andere Welt, denn sie sind deutlich dichter besiedelt, stärker reguliert, mit klar vorgegebenen Wegen und Aussichtspunkten. Das schmälert ihre Schönheit nicht, aber es zeigt, wie unterschiedlich sich Orte anfühlen können, selbst wenn sie geografisch gar nicht weit voneinander entfernt liegen. Und am Ende ist es hier wie an vielen anderen stark frequentierten Orten: Viele Menschen, Tourbusse und ein kostenpflichtiger Parkplatz. Vertrau mir: Plan lieber mehr Zeit für die Kilkee Cliffs ein.

 

Der heutige Campingplatz ist der Nagles Camping & Caravan Park. Auch diesen konnte ich am selben Tag ganz entspannt gegen Mittag online buchen. Das ist bis dato auch eine ganz gute Vorgehensweise für mich gewesen, denn ich wusste morgens nie, wie ich tagsüber so durchkommen würde und ob ich alle Orte schaffe, die ich mir für die Tagesetappe so vorgenommen habe.

Zwischen Burgen, Regenwolken & rauer Küste im County Mayo | Tag 4

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Guten Morgen aus Irland. Doolin liegt noch verschlafen im Hintergrund und ich bin natürlich schon mit der Kamera unterwegs.

Der Tag beginnt ruhig in den Straßen von Doolin. Pünktlich zum Sonnenaufgang wird das Dachzelt meines Campers eingeklappt, der Motor gestartet und ich ziehe mit der Kamera los.

Langschläfer? Dann solltest du diese Route auf gar keinen Fall in nur einer Woche versuchen abzufahren.

Die kleinen Häuser, die engen Gassen und das weiche Morgenlicht verleihen dem Ort eine verschlafene Atmosphäre. Kein Trubel, keine Tagesgäste, nur ein paar vereinzelte Lichter in den Fenstern und das erste Blau am Himmel. Früher im Jahr finden sich noch deutlich mehr Blumen an den Straßenrändern, was das Motiv nochmal bunter und freundlicher wirken lässt, aber auch jetzt im September war es noch schön anzusehen!

Mein erster Stopp danach ist das Dunguaire Castle. Die Burg liegt malerisch direkt am Wasser und ist eines dieser klassischen Fotomotive, die man sofort erkennt. Besichtigen kann man sie aktuell nur von außen, aber allein die Lage mit potenziell spiegelndem Wasser (bei mir war es tagsüber leider zu windig) davor macht den kurzen Halt absolut lohnenswert.

Vor allem die kleinen Gassen in Doolin sind absolut sehenswert und in den frühen Morgenstunden auch leer genug zum Fotografieren.

Von dort geht es weiter zur Kylemore Abbey. Eigentlich habe ich hier zusätzlich eine Wanderung auf den Diamond Hill für den Nachmittag bzw. Sonnenuntergang eingeplant, um die umliegende Landschaft von oben zu erleben. Doch das Wetter zeigt sich an diesem Tag unbeständig: Dunkle Wolken ziehen durch, immer wieder setzt Regen ein und daher lasse ich, mit Blick auf die restliche Route, die Wanderung schweren Herzens ausfallen und bleibe auch nicht eine Nacht extra, um auf besseres Wetter in diesem Teil Irlands zu warten. Zu viel habe ich noch auf meiner Liste, bevor es zurück zur Fähre geht.

 

Und genau hier kommt wieder der Vorteil einer Camperreise ohne festen Ablaufplan ins Spiel. Ich habe mir in Deutschland nur eine grobe Route angelegt, mit Orten, die ich besuchen möchte. Wenn das Wetter nicht mitspielt, dann fahre ich einfach so lange weiter, bis es wieder passt. Im Rahmen eines sinnvollen Umkreises, denn ich möchte ja auch nicht zu viele Orte überspringen, die auf der Liste stehen. Doch genau aus diesem Grund habe ich die Campingplätze immer erst frühestens um die Mittagszeit für denselben Tag gebucht. Ansonsten hätte ich die Nacht in dieser Ecke Irlands verbringen müssen und hätte schlussendlich hinten raus meine gesamte Route nicht ganz geschafft.

 

Umso mehr freue ich mich über ein kleines Zeitfenster, in dem die Sonne kurz durchbricht und die Abbey in warmes Licht taucht. Genau lang genug, um ein paar stimmungsvolle Aufnahmen zu machen. Manchmal (naja, eigentlich immer!) muss man in Irland einfach flexibel bleiben und nehmen, was der Himmel einem gibt. Das Gelände der Abbey kann gegen einen nicht geringen Eintrittspreis besucht werden. Ich persönlich habe mein Motiv im Kasten, wofür ich hierher gekommen bin, und nutze die nächsten Stunden lieber, um im trockenen Camper etwas Strecke weiter Richtung Norden zu machen.

Zeit für einen kurzen Halt am Killary Harbour. Idyllisch gelegen an einem Fjord laden die wenigen Gassen zu einer Pause und einem kleinen Snack ein.

Kylemore Abbey, Killary Harbour und Achill Island. Drei wunderbare Ziele für einen Roadtrip durch Irland.

Am Nachmittag erreiche ich dann Achill Island. Hier verbringe ich den restlichen Tag entlang der Küstenabschnitte, halte immer wieder an Aussichtspunkten an, laufe kurze Stücke entlang der Klippen und lasse mir den Wind um die Ohren wehen. Was Wind angeht, sollte man übrigens nicht empfindlich sein, denn der ist auf einer Reise durch Irland stetiger Begleiter!  Das Licht wechselt im Minutentakt, das Meer schimmert mal grau, mal tiefblau und genau diese Abwechslung macht den Reiz aus.

Aber Achtung: Auf der Straße laufen immer wieder die Einheimischen – ich spreche von Schafen – rum und stören sich überhaupt nicht, wenn man vor ihnen steht und mit seinem Camper gerne weiterfahren würde.

Kurz vor Sonnenuntergang, als die Sonne sich mal wieder hinter den Wolken versteckt, geht es in Richtung Campingplatz für die Nacht und hier habe ich auch das erste Mal keine so richtig gute Option gefunden. Vielleicht hat mich Google Maps auch im Stich gelassen, aber mir wurde nicht vieles angezeigt und so bin ich letztenendlich hier gelandet:

 

Auf dem Parkplatz des Nevin´s Newfield Inn. Ein Restaurant in Roskeen, welches einen Bereich seines Parkplatzes für Camper umfunktioniert hat. Sprich es gibt Steckdosen an jeder Bucht und da die Öffnungszeiten recht kurz sind, leer er sich auch schnell, sodass ich schlussendlich das einzige Fahrzeug bin, was hier für die Nacht parkt. Sanitäre Anlagen können jedoch nur während der Öffnungszeit des Restaurants genutzt werden.

Klippenwanderung & ein Märchenschloss im County Donegal | Tag 5

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Das Classiebawn Castle ist wie aus einem Märchen. Kann jedoch leider nur aus der Ferne bestaunt werden.

Der Tag beginnt früh (wie auch sonst, ihr kennt mich ja inzwischen), mit einer Wanderung rund um den Erris Head. Während die Sonne langsam über dem Atlantik aufgeht, laufe ich entlang der schroffen Küstenlinie. Heute meint es der Wettergott gut mit mir! Es gibt einen schönen Sonnenaufgang, die sanften Hügel und schroffen Klippen werden in wunderbares Licht getaucht und der Wind ist heute früh auch kaum spürbar.

Am Trailhead gibt es einen kleinen Parkplatz, und ab dort kann einem gut markiertem Weg gefolgt werden. Aber aufpassen, was die Schuhwahl angeht! Es war durch den ganzen Regen der vergangenen Tage extrem schlammig, und ich musste danach meine Schuhe erstmal von einer zentimeterdicken Schicht Erde befreien.

Die 5km lange Wanderung führt oder Stock und Stein, entlang an beindruckenden Klippen und verlangt keine gute Ausdauer.

Schon während der Wanderung fällt mein Blick immer wieder auf eine kleine Insel in der Ferne: Eagle Island. Erst durch die Wanderung werde ich auf sie aufmerksam. Nach der Tour hab ich deswegen bei Google Maps nach einer Möglichkeit geschaut, möglichst nah mit dem Auto an die Insel zu kommen und siehe da: Es gibt einen eigenen Parkplatz für einen Viewpoint. Dort lasse ich die Drohne steigen, um mir die Insel aus der Luft anzusehen. Von oben wirkt sie noch isolierter, noch rauer. Ein wirklich perfektes Motiv, das ich ohne den spontanen Abstecher wahrscheinlich verpasst hätte.

Weiter geht es entlang der Küste zum Dún Briste. Einer markanten Felsnadel, die spektakulär vor den Klippen aus dem Meer ragt. Der Blick von oben auf diese freistehende Formation ist beeindruckend und zeigt einmal mehr, wie dramatisch die irische Westküste geformt ist und wieso ich unbedingt den Wild Atlantic Way entlang fahren wollte. Aus der Sicht der Fotografen waren die Bedingungen hier nur leider nicht so toll. Die Mittagssonne war deutlich zu grell und der wenige Wind hat das Meer auch recht langweilig aussehen lassen. Es ist also, wenn man genug Zeit hat, definitiv zu empfehlen, wenigstens morgens oder abends hierher zu kommen, und für die vielen Lila-Blumen auf dem Moosfeld sollte eine Reisezeit vor September gewählt werden.

Da ich aber noch einen richtig coolen Ort auf meiner Liste für heute stehen habe, fahre ich lieber weiter, statt auf sanfteres Licht zu warten. Zum Abschluss des Tages fahre ich weiter Richtung Norden, wo ich den Sonnenuntergang am Classiebawn Castle verbringe.

Das Schloss steht elegant vor der Kulisse des Benbulben-Massivs und wirkt wie aus einem Film. Leider hat die Abendsonne den Kampf gegen die aufziehenden Wolken verloren, wodurch das Licht aber schon früh sehr sanft ist und das Meer zum Leuchten bringt.

 

Ich kann mal wieder nur empfehlen, unbedingt einen Pol-Filter zu nutzen, denn dadurch verstärkt sich die intensive Färbung des Wassers nochmal mehr. Hier gehts zu meiner Fotoausrüstung, welche mich auf meinen Reisen begleitet. 

 

Das Schloss selber kann leider nicht besichtigt werden, da es im Privatbesitz und bewohnt ist. Dennoch lohnt es sich verschiedene Perspektiven auszuprobieren. Ob von der Straße aus oder unten am Wasser. Man kann mit verschiedenen Brennweiten spielen und vor allem mit einem Teleobjektiv das Schloss und die dahinterliegende Bergkette perfekt in Szene setzen.

 

Im Anschluss gehts dann nur noch auf den nahegelegen Campingplatz in Bundoran. Der Travers Holiday Park ist eine gute Option für die kurze Nacht, da es viele Einkaufsmöglichkeiten direkt in der Nähe gibt und der Start morgen wieder sehr früh sein wird, sodass ich mich jetzt einfach nur auf eine Mütze Schlaf gefreut habe.

Große Klippen & der nördlichste Punkt meiner Route im County Donegal | Tag 6

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Die Slieve League Klippen sind mit ihren 600 Metern Höhe unglaublich beeindruckend und Pflichtprogramm in Irland.

Der Morgen beginnt mit einer etwas länger werdenden Fahrt zum ersten Spot des Tages. Ca. Die Fahrt zu den Slieve League Klippen dauert 70 Minuten. Sie gehören zu den höchsten in Europa und wirken noch einmal wilder als vieles, was ich zuvor auf dieser Reise gesehen habe. Parken kann man inzwischen nur noch auf dem unteren Parkplatz. Auf Google Maps ist noch ein zweiter, quasi direkt an den Klippen selbst zu erkennen. Ich vermute jedoch, dass auch hier der Andrang zu groß geworden ist, weshalb umdisponiert werden musste.

So habe ich, glaube ich zumindest, erst das zweite Mal für das Parken an einem solchen Touristenort bezahlen müssen. Dafür gibt es Sanitäranlagen und der restliche Weg zum ersten Aussichtspunkt ist gut über eine geteerte Straße zu erreichen. Der Ort ist nicht ideal für den Sonnenaufgang, da die Klippen selbst eine direkte Einstrahlung verhindern. Daher würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall einen Besuch zum Sonnenuntergang einplanen, da die Sonne im Westen von nichts geblockt werden kann. Wenn dann nicht die Wolken wieder den Weg versperren, wie sie es hier in Irland ja gerne machen.

Es ist nur schwer diese unglaubliche Weite und Tiefe der Klippen in ein paar Fotos wiederzugeben. Muss man einfach selber sehen!

Die beste Sicht auf die höchsten Abschnitte der Klippen hat man vom ersten Teil des Wanderwegs, der rauf auf die Klippen selbst führt. Es ist auf jeden Fall ratsam, festes Schuhwerk zu tragen, denn der Wanderweg ist recht steinig. Auch sollte keine Höhenangst bestehen, wenn man so nah an den Abbruchkanten entlangläuft. Zwar gibt es auch Abschnitte, die etwas weiter im Landesinneren verlaufen, doch dann ist die Sicht leider recht stark blockiert.

 

Ich bin hier ca. 2 Stunden ab Sonnenaufgang unterwegs gewesen und erst zurück am Camper habe ich die ersten anderen Touristen gesehen, die ja noch die Straße zu den Klippen vor sich hatten. Wer einen Ort also gerne in Ruhe genießen möchte, ist hier in den frühen Morgenstunden richtig! Schreib mir gerne mal in die Kommentare hier unter dem Beitrag, ob du eher Frühaufsteher oder Langschläfer bist!

 

Im Anschluss fahre ich weiter zum Silver Strand Malin Beg. Der Strand liegt eingerahmt von steilen Felsen und wirkt fast wie eine versteckte Bucht. Und wenn du einmal auf einer Karte schaust, wirst du bemerken, dass wir uns jetzt einfach nur am anderen Ende der Slieve League Klippen befinden. Der Abstieg über die Treppen lohnt sich, denn unten angekommen wirkt der Ort abgeschieden und überraschend ruhig, auch wenn oben auf dem Parkplatz ein paar andere Camper stehen. Ich bin hier mit der Drohne ein wenig die Klippen abgeflogen und habe dann zufällig noch die Ruine eines alten Turms gefunden. Ein cooles Motiv, so nah an der Küste!

Ein weiterer kurzer Halt bei den Klippen von Dooey Upper folgt. Auch hier zeigt sich die Küste noch einmal von ihrer rauen Seite: Steile Abhänge, endlose Weite und kaum andere Besucher. Genau diese weniger bekannten Spots sind es, die diesen Roadtrip für mich so besonders machen und auch der Grund, warum ich manchmal für relativ kurze Strecken doch sehr lange brauche. Es gibt zu viele gute Gründe anzuhalten und die Kamera in die Hand zu nehmen!

Der Silberstrand in Malin Beg und und die Klippen bei Dooey Upper dürfen natürlich nicht fehlen!

Die finale Etappe entlang des Wild Atlantic Ways führt mich schließlich zum Fanad Head Lighthouse. Für mich ist das der nördlichste und zugleich letzte Punkt dieser Route. Der Leuchtturm thront auf einer schmalen Landzunge, umgeben vom Atlantik – ein symbolischer Ort, um diese wirklich lange Roadtrip-Route abzuschließen.

Für einen Besuch im Leuchtturm selber bin ich leider zu spät an Ort und Stelle angekommen, jedoch lohnt es sich, trotzdem mit der Kamera über die Klippen zu klettern und nach verschiedenen Perspektiven zu suchen.

Das Meer hätte heute für meinen Geschmack gerne wieder etwas unruhiger sein können, um noch dramatischer zu wirken, aber sind wir mal ehrlich. Kann man es uns Fotofreaks eigentlich recht machen? Wir wollen Sonne, aber nur sanftes Licht, Nebel, aber nicht zu viel, Wind für Wellen, aber nicht zu viel, weil sonst fliegt die Drohne ja nicht und dann natürlich auch gerne noch irgendwo einen Regenbogen.

 

Am Abend fahre ich ein letztes Mal auf einen Campingplatz für diese Tour, genieße die Ruhe und lasse die vergangenen Tage Revue passieren. Morgen geht es zurück Richtung Rosslare doch dieser Moment hier, am äußersten Punkt meiner Route, fühlt sich wie ein würdiger Schlusspunkt entlang der Westküste Irlands an. Übernachtet habe ich auf dem Mulroy Drive Campingplatz.

Abschied von Irland & Rückfahrt mit der Fähre

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In Rosslare geht es wieder auf die Fähre, raus auf den Atlantik in Richtung Heimat.

Der letzte Tag in Irland beginnt mit der Fahrt zurück nach Rosslare Harbour und endet auf dem Atlantischen Ozean an Bord der Fähre. Ich habe bewusst ausreichend Zeitpuffer eingeplant, weshalb ich mich dagegen entscheide, noch einen Zwischenstopp in Dublin einzulegen. Stattdessen nutze ich die Zeit sinnvoller: Ich räume den Camper vollständig aus, reinige alles und packe bereits so, dass ich zu Hause keinen zusätzlichen Aufwand mehr habe. Vor allem aufgrund meines engen Zeitplans nach der Rückkehr nach Deutschland ist das eine Entscheidung, die sich auf jeden Fall später bezahlt macht.

Falls du für die Fahrt aber noch Orte suchst, an denen du anhalten kannst, dann schau dir doch mal folgende an: 

  • Glenveagh Castle
  • Murder Hole Beach
  • McDermott Castle
  • Baily Lighthouse
  • Dublin Stadt
Die letzte Woche war wirklich anstrengend, aber gleichzeitig auch erholsam. Viel Zeit mit mir selber verbracht und das getan, was ich am meisten liebe!

Wie schon auf der Hinfahrt geht es wieder mit der Fähre von DFDS zurück nach Dünkirchen. Die Überfahrt gibt mir noch einmal Zeit, die Reise Revue passieren zu lassen und ein paar mehr Fotos zu bearbeiten, denn das ist während der Reise definitiv nicht mehr machbar gewesen. Zu viele Stunden hinter dem Lenkrad und dann noch die vielen Fotospots.

In Dünkirchen geht es direkt noch Richtung Deutschland, um in der Nacht die freien Autobahnen zu nutzen. Zu Hause angekommen, kurz ein paar Stunden schlafen, den Camper ausräumen und am Nachmittag geht es direkt weiter nach München auf ein anderes Projekt. Eine ganz schöne Punktlandung!

Objektiv betrachtet waren es definitiv zu viele Kilometer in zu kurzer Zeit. Aber für mich gehört das Fahren selbst, das Suchen nach neuen Orten und das spontane Abbiegen zu einem Roadtrip dazu. Diese Mischung aus Abenteuer und Entspannung ist für mich ein Teil des Reisens, nicht nur ein Mittel zum Zweck.

Trotzdem bleibt die Erkenntnis: Beim nächsten Mal würde ich definitiv mehr Zeit einplanen. Wie bereits erwähnt, wären mindestens zehn Tage, idealerweise sogar 14 Tage, deutlich entspannter, um diese Route entlang der irischen Westküste noch intensiver zu erleben. Vor allem der Besuch kleiner Cafés, noch mehr dieser charmanten Städtchen und die eine- oder andere längere Wanderung fehlen definitiv auf dieser Route! Trotzdem war es genau dieses Gefühl von Freiheit und Entdeckung, das diese Reise zu einem besonderen Abenteuer machte.

Auch wenn man diese Route jetzt vielleicht nicht 1:1 so nachmachen sollte, hoffe ich trotzdem, dass ich dir ein wenig Inspiration für dein eigenes Irland-Abenteuer geben konnte und ich bin mir sicher, dass du diese Insel genauso lieben lernen wirst wie ich! 

Hi! Ich bin´s Marcel. Fotograf und Reiseenthusiast aus Bochum. Schön, dass es dich auf meinen Blog verschlagen hat!

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