Madeira ist für mich eine dieser Inseln, die dich vom ersten Moment an in ihren Bann ziehen, wenn der Flieger landen kann! Dramatische Küsten, dichte Lorbeerwälder, epische Berglandschaften und das alles auf relativ kleinem Raum, was es uns Fotoenthusiasten so einfach macht, schnell an den richtigen Orten zu sein.
Wenn du gerne fotografierst, wirst du hier kaum zur Ruhe kommen. Genau deshalb habe ich dir meine 10 Lieblingsorte auf Madeira zum Fotografieren zusammengestellt: Orte, die mich persönlich am meisten beeindruckt haben.
Die portugiesische Insel Madeira liegt mitten im Atlantik und ist das ganze Jahr über ein spannendes Reiseziel. Durch das milde Klima, die immergrüne Vegetation und die extrem abwechslungsreiche Landschaft fühlt sich die Insel zu jeder Jahreszeit ein bisschen anders an und ist für mich jedoch der perfekte Ort, um dem kalten und tristen Winter in Deutschland zu entfliehen. Besonders für Fotografen ist Madeira deshalb unglaublich reizvoll, denn du bekommst hier innerhalb kürzester Zeit komplett unterschiedliche Stimmungen: Von dramatischen Sonnenaufgängen in den Bergen über mystische Nebelszenen im Wald bis hin zu goldenen Lichtmomenten an der Küste ist alles in nur wenigen Minuten Fahrzeit zu erleben.
Jedoch muss ich auch direkt dazu sagen, dass die Preise für Flüge, Mietwagen, Unterkünfte und Co. in den letztren Jahren deutlich gestiegen sind. Das hängt natürlich direkt mit dem Hype um Madeira zusammen, denn die Insel ist inzwischen spürbar voller als noch vor Corona.
Die Anreise erfolgt in den meisten Fällen per Flugzeug zum Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo nahe der Hauptstadt Funchal. Von Deutschland aus gibt es zahlreiche Direktverbindungen, wodurch Madeira deutlich einfacher zu erreichen ist, als man zunächst denkt. Innerhalb weniger Stunden Flugzeit hat man schon fast das Gefühl, auf einer tropischen Insel gelandet zu sein. Wobei es mit dem Landen auf Madeira ja so eine Sache ist:
Der Flughafen gehört zu den anspruchsvolleren in Europa, da die Landebahn direkt an der Küste liegt und regelmäßig von starken, wechselhaften Winden beeinflusst wird. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass ein Pilot den Landeanflug kurz vor dem Aufsetzen abbricht und noch einmal durchstartet. Dieses sogenannte „Go-Around“ gehört hier fast schon zum Alltag und sorgt bei vielen Passagieren zu Beginn der Reise für einen kleinen Adrenalinkick.
In seltenen Fällen kann es sogar vorkommen, dass Flugzeuge auf die Nachbarinsel Porto Santo umgeleitet werden, wenn eine Landung auf Madeira nicht möglich ist. Auch wenn das im ersten Moment dramatisch klingt, zeigt es vor allem, wie besonders die geografischen und klimatischen Bedingungen auf der Insel sind. Von hier aus kommt man dann jedoch relativ einfach per Fähre auf die Insel Madeira. Ich hatte bei meiner letzten Reise zunächst weniger Glück: Der Flughafen auf Madeira war bereits mehrere Stunden lang gesperrt, und der auf Porto Santo war deswegen überfüllt. Glücklicherweise hat der Wind genau zum richtigen Zeitpunkt nachgelassen, denn sonst wären wir nach Teneriffa umgeleitet worden.
Und genau diese Kombination aus Atlantik, Bergen und schnell wechselndem Wetter ist es letztendlich auch, die Madeira fotografisch so spannend macht. Licht, Wolken und Sicht verändern sich hier oft innerhalb von Minuten und genau darin liegt der Reiz.
Auch bei der Unterkunftswahl bist du auf Madeira extrem flexibel. Besonders in und rund um Funchal findest du eine große Auswahl an Hotels, Boutique-Unterkünften und Ferienwohnungen. Viele davon bieten Meerblick, Dachterrassen oder kleine Balkone, die sich perfekt für entspannte Abende nach einem langen Shooting-Tag eignen. Dank der Steigung ist der Ausblick auch selten verbaut, sodass man hier wunderbare Abendstunden mit freiem Blick aufs Meer verbringen kann.
Durch die überschaubare Größe der Insel ergibt es absolut Sinn, sich für eine zentrale Unterkunft in Funchal zu entscheiden. Von hier aus erreichst du die meisten Orte auf Madeira in weniger als einer Stunde Fahrzeit. Das bedeutet für dich vor allem eines: maximale Flexibilität. Du kannst morgens spontan entscheiden, ob du in die Berge fährst, Richtung Sonnenaufgang an die Küste aufbrichst oder bei wechselhaftem Wetter einfach dorthin ausweichst, wo gerade die besten Bedingungen herrschen. Genau diese Freiheit macht Madeira zu einem so starken Reiseziel für Fotografen.
Und daher kann ich dir auch nur raten die lokalen Webcams zu nutzen und vor allem für den Sonnenuntergang bzw. für Spots tagsüber zu schauen, wo die Wetterbedingungen am besten sind.
Wenn ich dir einen einzigen Tipp für Madeira geben dürfte, dann wäre es dieser: Miete dir unbedingt ein Auto.
Die Insel lebt davon, entdeckt zu werden. Viele der schönsten Fotospots liegen weit abseits der größeren Orte und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln entweder gar nicht oder nur sehr umständlich erreichbar. Gerade wenn du zum Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang unterwegs sein möchtest, bist du auf maximale Flexibilität angewiesen und genau die bekommst du nur mit einem eigenen Fahrzeug.
Mit dem Auto kannst du deinen Tag komplett nach Licht und Wetter ausrichten. Du kannst spontan entscheiden, ob du lieber in die Berge fährst, wo sich vielleicht gerade die Wolken auflösen, oder an der Küste bleibst, weil dort die Bedingungen besser sind. Auf Madeira ändern sich die Verhältnisse oft innerhalb kürzester Zeit und genau deshalb macht diese Flexibilität einen riesigen Unterschied.
Ich kann Sunnycars wärmstens empfehlen. Dank der Rundum-Sorglos-Garantie kann man sich ganz auf seinen Urlaub konzentrieren. Abholung beim Partner vor Ort, Zusatzfahrer und alle Versicherungen inklusive. Check hier auf jeden Fall die Angebote von Sunnycars für deine nächste Reise ab*
Ich persönlich achte bei der Buchung immer darauf, dass ich meinen Mietwagen direkt am Flughafen am Schalter abholen kann (Klappt mit dem lokalen Partner von Sunnycars super). Nach mehreren Stunden im Flugzeug möchte ich einfach nur schnell los und nicht erst noch auf einen Shuttlebus warten oder irgendwelche Nummern anrufen müssen, damit mich jemand abholt. Gerade wenn du vielleicht noch zum Sonnenuntergang unterwegs bist oder einfach möglichst schnell in deine Unterkunft willst, spart dir das enorm viel Zeit und Nerven.

Was ich auf Madeira außerdem ganz klar empfehlen kann, ist ein Automatikwagen. Die Straßen sind zwar insgesamt in einem sehr guten Zustand, aber gleichzeitig oft extrem steil, eng und kurvig. Gerade in den Bergen oder in kleinen Orten hast du immer wieder Situationen, in denen du an steilen Anstiegen anfahren musst. Mit einem Automatikgetriebe nimmst du dir hier einfach den Stress raus und kannst dich voll auf die Straße und die Umgebung konzentrieren, statt dich mit Kupplung und Handbremse beschäftigen zu müssen.
Und genau das ist am Ende auch das Schöne: Das Autofahren auf Madeira ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ein Erlebnis für sich. Viele der besten Motive entstehen nicht nur an den bekannten Spots, sondern ganz oft irgendwo unterwegs: An einer Kurve, an einem spontanen Aussichtspunkt oder einfach, weil das Licht gerade perfekt fällt. Genau deshalb lohnt es sich, hier flexibel zu sein, sich einfach treiben zu lassen und nicht dem Fahrplan einer Tour folgen zu müssen.
Der Pico do Arieiro gehört für mich zu den Orten, die man auf Madeira einfach erlebt haben muss. Gleichzeitig ist er einer der Spots, die zwar super spektakulär sind, aber trotzdem ohne große Wanderung erreichbar bleiben und deswegen deutlich überfüllter sind als andere Orte auf der Insel.
Du kannst fast bis ganz nach oben fahren, was gerade bei Sonnenaufgängen ein riesiger Vorteil ist. Genau dafür solltest du auch hier sein. In den frühen Morgenstunden stehst du oft über den Wolken, während sich die Bergketten langsam aus dem Nebel schieben. Diese Mischung aus Licht, Wolken und Tiefe ist fotografisch einfach unschlagbar. Die Wolken können jedoch auch zum Verhängnis werden und genau so hoch sein, dass du mitten drinnen stehst und nichts siehst. Das ist dann auch auf der Webcam nicht zu erkennen (denn du musst wirklich früh losfahren, wenn du oben noch einen Parkplatz bekommen möchtest). Daher kann der Sonnenuntergang eine gute Alternative sein, da es dann allgemein weniger voll ist. Du kannst das Wetter tagsüber auf der Webcam beobachten, und an einem wolkigen Tag kommt es häufig vor, dass sich die Wolken so weit absetzen, dass du über ihnen stehen wirst.
Der Parkplatz liegt direkt am Aussichtspunkt, allerdings wird er schnell voll. Inzwischen gibt es einen 2. Parkplatz ca. 1 km zu Fuß vom oberen Parkplatz entfernt. Beide kosten 4€ pro Stunde und müssen vor Ort an den Maschinen bezahlt werden. Tipp: Wenn du frühmorgens ankommst und beispielsweise am unteren Parkplatz lange Schlangen vor den beiden Maschinen stehen, dann lauf einfach zum oberen Parkplatz und gib dort dein Kennzeichen ein. Meistens ist es hier schon leerer, da diejenigen, die früher hier geparkt haben, bereits auf dem Weg zum idealen Sunrise Spot sind.
Der bekannte Wanderweg Richtung Pico Ruivo (PR1) wurde in den letzten Jahren umfangreich überarbeitet und soll voraussichtlich Ende April 2026 wieder vollständig geöffnet werden, nachdem er rund zwei Jahre lang geschlossen war. Grund dafür waren notwendige Sicherheitsmaßnahmen entlang des teilweise extrem steilen und exponierten Weges. Aber keine Sorge. Die beste Sunrise View bekommst du schon nach wenigen Metern!
Die komplette Strecke ist etwa 12,2 Kilometer lang und kann in ungefähr 3,5 Stunden pro Richtung bewältigt werden. Viele entscheiden sich allerdings dafür, die Wanderung nur in eine Richtung zu machen und anschließend per Taxi zurückzufahren. Die Kosten dafür liegen meist zwischen 60 und 80 Euro, was gerade nach einer langen Wanderung eine ziemlich angenehme Option sein kann.
Neu ist auch, dass der Zugang zur Wanderung über das offizielle SIMplifica-Portal gebucht werden muss. Das Ticket kostet aktuell etwa 10,50 Euro pro Person. Damit liegt dieser Weg deutlich über den üblichen Preisen anderer Wanderungen auf Madeira (Die Mehrheit der Wanderwege sind weiterhin kostenlos, doch einige bekanntere Orte müssen jetzt im Voraus reserviert werden, um dem Ansturm gerecht zu werden), die meist bei etwa 4,50 Euro liegen. Der höhere Preis hängt vermutlich mit dem erhöhten Instandhaltungs- und Sicherheitsaufwand zusammen.
Wenn du nicht die komplette Strecke laufen möchtest, lohnt es sich trotzdem, zumindest ein Stück des Weges zu gehen und das Beste ist: Für den Sonnenaufgang brauchst du auch zum jetzigen Zeitpunkt kein Wanderticket zu kaufen. reservieren. Viele bleiben einfach die ersten ein bis zwei Kilometer in der Nähe des Pico do Arieiro und genießen dort den Sonnenaufgang. Schon dieser Abschnitt bietet dir spektakuläre Ausblicke und deutlich mehr Ruhe als der Bereich direkt am Parkplatz.
Fotografisch funktionieren hier sowohl Weitwinkel für die epischen Landschaften als auch Teleobjektive, um die Wolkenschichten zu komprimieren und Details herauszuarbeiten. Besonders spannend wird es immer dann, wenn sich die Wolken bewegen und die Szene innerhalb weniger Minuten komplett verändert. Meine gesamte Fotoausrüstung findest du übrigens in diesem Blogpost! Und auf Madeira hat mich zudem eine ganz besondere Kamera begleitet, die ich dir bereits nächste Woche in einem anderen Blogpost vorstellen werde! Meld dich daher unbedingt für den Newsletter an, um keine neuen Beiträge zu verpassen.
Unterschätze das Wetter nicht: Hier oben kann es deutlich kälter und windiger sein als unten an der Küste. Eine zusätzliche Schicht Kleidung gehört für mich hier immer ins Gepäck. Vor allem zum Sonnenaufgang: Wenn du einige Minuten früher an deinem Viewpoint ankommst, wird es schnell kalt. Gleiches gilt für den Rückweg nach dem Sonnenuntergang.
Der Fanal Forest ist einer der magischsten Orte der Insel. Sobald Nebel durch die alten Lorbeerbäume zieht, fühlt sich dieser Ort eher wie eine Filmkulisse an als ein realer Ort irgendwo mitten im Atlantik.
Schon die Anfahrt ist oft ein Erlebnis für sich. Je näher du dem Plateau kommst, desto dichter wird der Nebel. Genau hier solltest du unbedingt aufmerksam fahren und lieber etwas langsamer unterwegs sein. In diesem Gebiet leben viele Kühe frei und es ist keine Seltenheit, dass sie plötzlich auf der Straße stehen oder direkt hinter einer Kurve auftauchen. Es kann also jederzeit vorkommen, dass du spontan bremsen musst.
Oben angekommen, kannst du dein Auto direkt am Plateau parken und dich frei im Gebiet bewegen. Es gibt keine festen Wege, denen du folgen musst, was dir enorm viel Freiheit bei der Motivsuche gibt. Genau das macht diesen Spot so besonders: Selbst wenn mehr Leute vor Ort sind, kannst du dich meist ein paar Meter entfernen und hast direkt wieder deine Ruhe. Gerade am frühen Morgen oder am Abend ist es hier ohnehin deutlich leerer.
Der entscheidende Faktor im Fanal Forest ist ganz klar der Nebel. Ohne ihn wirkt der Ort zwar immer noch schön, aber lange nicht so besonders. Erst durch den Nebel entstehen diese ruhigen, fast schon surrealen Szenen, für die dieser Spot bekannt ist. Ich habe die besten Bedingungen meist am Morgen oder am späten Nachmittag erlebt, wobei sich das Wetter auf Madeira generell sehr schnell ändern kann. Wenn du tagsüber unterwegs bist, lohnt es sich daher, einen Blick auf die Webcams entlang der Nordküste zu werfen. Orte wie Seixal oder Porto Moniz geben dir oft einen guten Hinweis darauf, ob die Wolken gerade in den Bergen hängen.
Fotografisch eignet sich hier am besten ein minimalistischer Ansatz. Statt den ganzen Wald einzufangen, lohnt es sich, gezielt einzelne Bäume, Linien oder kleine Szenen herauszugreifen. Gerade im Nebel reduziert sich die Sichtweite ohnehin stark, was dir automatisch hilft, ruhigere und klarere Kompositionen zu finden.
Da du dich hier die meiste Zeit auf feuchtem Untergrund bewegst, solltest du unbedingt an gutes Schuhwerk denken. Nach ein paar regnerischen Tagen kann der Boden schnell weich und schlammig werden, was das Laufen deutlich anstrengender macht.
Die Ponta de São Lourenço zeigt eine komplett andere Seite von Madeira. Statt üppigem Grün erwartet dich hier eine raue, trockene Landschaft mit zerklüfteten Felsen, steilen Klippen und einer fast schon vulkanisch wirkenden Farbpalette. Genau dieser Kontrast macht den Ort fotografisch so spannend.
Der Parkplatz am Startpunkt der Wanderung ist gut erreichbar, allerdings ist er gerade zu beliebten Zeiten schnell voll, und ich war überrascht, wie viele Leute hier tatsächlich bereits kurz nach dem Sonnenaufgang auftauchen und die Wanderung starten. Die Route selbst ist als PR8 ausgewiesen und muss mittlerweile ebenfalls über das offizielle SIMplifica-Portal gebucht werden (Kosten: 4,50€ pro Person). Die Wanderung ist etwa sieben bis acht Kilometer lang (hin und zurück) und nimmt je nach Tempo mehrere Stunden in Anspruch. Da du dich hier die meiste Zeit auf vollständig exponiertem Gelände bewegst, gibt es kaum Schatten. Gerade an sonnigen Tagen solltest du daher unbedingt ausreichend Wasser und Sonnenschutz dabeihaben.
Für mich ist der Sonnenaufgang hier die beste Zeit zum Fotografieren. Die Sonne geht direkt über dem offenen Meer auf und trifft als Erstes auf die östlich gelegenen Klippen. Dadurch entstehen oft sehr schöne Lichtkanten und mit etwas Glück auch Sonnenstrahlen, die sich über die Landschaft ziehen. Diese Lichtstimmung bringt die Strukturen der Felsen besonders gut zur Geltung und sorgt für starke Kontraste. An sonnigen Tagen kommt die Farbe des Wassers zudem deutlich besser zur Geltung.
Vor deinem Besuch lohnt sich definitiv ein Blick in eine Wetter-App wie Windy. Gerade der Wind spielt hier eine große Rolle, da du dich auf der Wanderung oft ungeschützt und relativ nah an den Klippen bewegst. Idealerweise kommt der Wind aus Norden, denn dann drückt er das Meer gegen die Küste, wodurch deutlich dynamischere Szenen entstehen. Die Wellen brechen stärker an den Felsen, was deinen Bildern noch mehr Energie verleiht.
Fotografisch sind es vor allem die Klippen und schmalen Tracks, die diesen Spot so besonders machen. Die Wege schlängeln sich durch die Landschaft und führen das Auge ganz natürlich durch das Bild. In Kombination mit den Klippen und dem offenen Meer entstehen dadurch starke Kompositionen mit großer Tiefe. Wenn du dir Zeit nimmst und verschiedene Perspektiven ausprobierst, findest du hier unglaublich viele Möglichkeiten – genau das macht die Ponta de São Lourenço zu einem der vielseitigsten Fotospots auf Madeira.
Der Westen Madeiras rund um den Ponta do Pargo-Leuchtturm ist für mich einer der besten Orte zum Sonnenuntergang. Der Leuchtturm liegt spektakulär auf den Klippen und bietet einen völlig freien Blick auf den Atlantik, was gerade in den Abendstunden für unglaublich schöne Lichtstimmungen sorgt.
Parken kannst du direkt am Leuchtturm. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zu den Aussichtspunkten. Wenn die Sonne tiefer steht, beginnen die Klippen in warmen Farben zu leuchten, und das Licht wird deutlich weicher – genau der Moment, in dem dieser Spot sein volles Potenzial entfaltet. Und wie für alle Küstenlocations gilt: Für meinen Geschmack sieht es einfach besser aus, wenn im Meer etwas Bewegung herrscht. Ich nutze dafür die App Windy um zu schauen, aus welcher Richtung der Wind kommt und auch wie hoch die Wellen vorhergesagt sind.
Nur wenige hundert Meter entfernt stürzt ein Wasserfall direkt ins Meer, der jedoch nur aus der Luft zu fotografieren ist. Besonders nach Regenfällen ist dieser Spot extrem beeindruckend, da dann deutlich mehr Wasser fließt und der Wasserfall entsprechend kraftvoller wirkt. Vom Leuchtturm aus befindet sich der Wasserfall in Richtung Norden entlang der Steilküste.

Nur als Info: Diese beiden Orte sind vor allem für Fotoenthusiasten spannend, die auch mit einer Drohne unterwegs sind. Der Leuchtturm lässt sich zwar auch vom Boden aus gut fotografieren, allerdings wirken die Dimensionen der Landschaft erst richtig, wenn du ihn aus der Luft in Relation zu den massiven Klippen und dem offenen Meer siehst. Genau diese Perspektive macht den Spot so besonders.
Wenn du mit der Drohne unterwegs bist, solltest du hier unbedingt den Wind im Blick behalten. Gerade an der Westküste kann es schnell sehr windig werden. Ein wichtiger Grundsatz, den ich mir hier immer wieder bewusst mache: Niemals mit Rückenwind aufs offene Meer hinausfliegen. Denn was sich beim Hinflug leicht anfühlt, kann beim Rückflug schnell zum Problem werden. Flieg lieber gegen den Wind hinaus, dann kommst du entspannt mit Rückenwind wieder zurück.
Sowohl für die Fotografie als auch für die Videografie lohnt es sich, einen Polfilter dabeizuhaben. Gerade am Meer kannst du damit Reflexionen reduzieren und die Farben des Wassers deutlich intensiver herausarbeiten. In Kombination mit dem warmen Abendlicht entstehen hier solche Bilder, die den Charakter dieser wilden Küste perfekt widerspiegeln.
Der Miradouro da Ponta da Ladeira ist einer dieser Orte, die viele einfach übersehen, und genau das macht ihn so besonders. Es gibt hier keinen großen, auffälligen Aussichtspunkt, und auch die Beschilderung ist eher dezent. Stattdessen findest du nur einen kleinen Parkplatz, der fast unscheinbar wirkt. Was dich dann aber erwartet, ist eine der beeindruckendsten Aussichten entlang der Westküste Madeiras.
Von hier blickst du entlang steiler Klippen direkt auf den Atlantik, und gerade zum Sonnenuntergang entfaltet dieser Spot sein volles Potenzial. Das Licht fällt seitlich auf die Küste, hebt die Felsstrukturen hervor und sorgt für eine unglaublich ruhige, fast schon epische Stimmung. Gleichzeitig ist hier oft deutlich weniger los als an bekannteren Aussichtspunkten, was den Ort umso angenehmer macht.
Und nein – du hast dich nicht verguckt, wenn du in der Ferne eine Seilbahn entdeckst. Diese kleine Gondel führt tatsächlich direkt hinunter zu einer Ansammlung weniger Häuser an der Küste. Ich selbst war bisher noch nicht unten, habe aber schon von vielen gehört, dass sich die Fahrt definitiv lohnt. Für nur wenige Euro ist sie zudem überraschend erschwinglich, was sie zu einer spannenden Ergänzung für deinen Besuch macht.
Wenn du beides kombinieren möchtest, würde ich dir empfehlen, die Seilbahn am späten Nachmittag zu nehmen, wenn das Licht bereits etwas weicher wird. Unten kannst du dann ganz andere Perspektiven entdecken, bevor du rechtzeitig wieder nach oben fährst, um den Sonnenuntergang vom Aussichtspunkt aus zu fotografieren. So verbindest du zwei völlig unterschiedliche Blickwinkel in einem Spot und genau das macht diesen Ort so vielseitig.
Die Praia da Ribeira da Janela ist vor allem für ihre markanten Felsformationen im Meer bekannt und gehört für mich zu den spannendsten Küsten-Spots auf Madeira.
Der große Vorteil hier ist die einfache Erreichbarkeit. Du kannst direkt am Strand parken und bist innerhalb weniger Schritte mitten im Geschehen. Gerade für Sonnenaufgänge ist das ideal, weil du nicht erst lange Wege zurücklegen musst und dich voll auf das Licht konzentrieren kannst.
Besonders schön wird es hier in den frühen Morgenstunden. Das weiche Licht trifft auf die dunklen, teils fast schwarzen Felsen und sorgt für starke Kontraste, die sich perfekt in Szene setzen. Gleichzeitig verändert sich die Stimmung je nach Wetter und Wellengang extrem, weshalb sich auch hier ein kurzer Blick in eine App wie Windy absolut lohnt. Wenn der Wind aus nördlicher Richtung weht, wird das Meer gegen die Küste gedrückt und sorgt für deutlich mehr Dynamik rund um die Felsen. Genau diese Bewegung macht die Bilder oft erst richtig spannend.
In der Ferne kannst du sogar einen kleinen Leuchtturm erkennen, der sich dezent ins Gesamtbild einfügt und deinen Kompositionen eine zusätzliche Ebene hinter den brechenden Wellen verleiht.
Ich persönlich mag es ja weniger, mit dem Stativ unterwegs zu sein, als frei meine Motive ganz spontan und flexibel zu wählen. Das erreiche ich auf ganz unterschiedlichen Höhen über dem Boden, und daher steht fest: Ich muss näher an die Küstenlinie und ganz nah an die Wellen. Pass aber auf, denn die Steine hier sind extrem rutschig und du möchtest ja nicht den Tag mit einer kaputten Kamera oder einer Verletzung starten. Auch solltest du nicht zu viel riskieren, was die Wasserkante angeht, denn Salzwasser und unsere Fototechnik verstehen sich nicht so gut.
Der Véu da Noiva Wasserfall gehört zu den bekanntesten Wasserfällen der Insel und das absolut zu Recht. Allein die Tatsache, dass das Wasser hier direkt von den steilen Klippen hinunter ins Meer fällt, macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem.
Der Aussichtspunkt ist direkt mit dem Auto erreichbar, was ihn besonders unkompliziert macht. Du steigst aus und hast sofort diesen freien Blick auf die Küste und den Wasserfall, ohne zuvor lange laufen zu müssen. Gerade deshalb ist der Spot auch perfekt für spontane Stopps oder wenn du mehrere Orte an einem Tag kombinieren möchtest.
Besonders spannend wird es hier zum Sonnenaufgang. Je nach Jahreszeit – zum Beispiel Anfang April – geht die Sonne so auf, dass sie genau entlang der Küstenlinie scheint und den Wasserfall direkt im ersten Licht trifft. Diese Lichtkante sorgt für eine unglaublich schöne Stimmung und hebt den Wasserfall perfekt vom Hintergrund ab. Wenn du solche Momente gezielt planen möchtest, lohnt sich ein Blick in die App PhotoPills. Damit kannst du dir für jeden Tag im Jahr genau anschauen, wo die Sonne auf- und untergeht, was auf Madeira einen riesigen Unterschied machen kann.
Ein zusätzlicher Bonus an diesem Spot ist die Nähe zum kleinen Ort Seixal. Vom Aussichtspunkt aus kannst du das Dorf mit einem Teleobjektiv bereits gut in Szene setzen, vor allem wenn das Licht schön entlang der Küste fällt. Noch spannender wird es allerdings aus der Luft. Mit der Drohne kannst du die markante Felsformation im Hintergrund perfekt einbauen und die gesamte Szenerie aus einer Perspektive zeigen, die vom Boden aus so nicht möglich ist.
Die Wanderung zu den 25 Fontes und zum Risco-Wasserfall gehört zu den beliebtesten auf Madeira und genau deshalb solltest du sie unbedingt entweder früh morgens oder am späten Nachmittag machen. Tagsüber kann es hier wirklich voll werden, was die Erfahrung und vor allem die Fotografie deutlich einschränkt. Das Licht wie im Titelbild habe ich übrigens ca. 2 Stunden nach Sonnenaufgang aufgenommen, wenn es direkt über den Wasserfall scheint.
Auch diese Wanderung muss mittlerweile über das offizielle Portal gebucht werden. Wenn du deine Zeit auswählst, musst du nach den Wegen PR6 bzw. PR6.1 suchen. Damit sicherst du dir dein Zeitfenster und vermeidest, dass zu viele Menschen gleichzeitig auf dem Weg sind.
Der Startpunkt liegt am Parkplatz bei Rabaçal, der jedoch nur begrenzt Platz bietet. Gerade in den späteren Morgenstunden wird es hier schnell chaotisch. Als wir von unserer Wanderung zurückgekommen sind, war der Parkplatz bereits komplett überfüllt und viele Autos standen entlang der Straße oder in sämtlichen kleinen Haltebuchten, teilweise mehrere hundert Meter entfernt. Auch das ist ein guter Grund, warum sich ein früher Start definitiv lohnt.
Vom Parkplatz aus hast du zwei Möglichkeiten: Entweder läufst du die Straße bis zum eigentlichen Startpunkt der Wanderung oder du nutzt das Shuttle. Dieser fährt zwischen 10 und 18 Uhr und kostet etwa 8 Euro für Hin- und Rückfahrt oder 5 Euro für eine einfache Strecke. Die Straße lässt sich aber problemlos zu Fuß meistern und ich persönlich würde dir das auch empfehlen. Vor allem auf dem Rückweg kannst du dir so längere Wartezeiten ersparen, denn pro Fahrt finden im Shuttle nur sieben Personen Platz.
Der eigentliche Wanderweg beginnt am Ende der Straße, wo sich auch noch einmal Toiletten befinden. Von dort aus führt dich ein relativ einfacher, meist flacher Weg zunächst zum Risco-Wasserfall. Dieser Abschnitt eignet sich auch gut für weniger erfahrene Wanderer oder ältere Personen.
Wenn du weiter zu den 25 Fontes möchtest, wird es etwas anspruchsvoller. Du musst zusätzliche Höhenmeter und einige Stufen in Kauf nehmen. Ein Teil der Strecke ist zudem als Einbahnregelung ausgeschildert, da der Weg an manchen Stellen so schmal ist, dass Gegenverkehr kaum möglich ist.
Fotografisch fand ich den Risco-Wasserfall tatsächlich aus etwas größerer Entfernung spannender als direkt davor. Die Dimensionen und die Höhe des Wasserfalls kommen aus der Distanz deutlich besser zur Geltung. Am Ende des Weges bei den 25 Fontes wartet dann ein völlig anderes Motiv auf dich. Hier lohnt es sich, ein kleines Stück weiterzugehen und auf die linke Seite über den Bach zu wechseln. Während sich die meisten Besucher auf der rechten Seite sammeln, hast du links oft deutlich mehr Ruhe und mit etwas Glück sogar das Gefühl, den Ort ganz für dich allein zu haben.
Der Parque Florestal das Queimadas gehört für mich zu den ruhigeren, aber gleichzeitig unglaublich stimmungsvollen Orten auf Madeira. Mitten im Wald stehen hier diese traditionellen Häuser mit ihren strohgedeckten Dächern, die fast schon wie aus einer anderen Zeit wirken. Gleichzeitig ist dieser Ort der Startpunkt der PR9-Wanderung, die dich tiefer in den dichten Lorbeerwald hineinführt. Dieser ist derzeit gesperrt. Wenn es wieder öffnet, muss auch dieses über das Portal gebucht werden.
Gerade bei nebeligem Wetter oder leichtem Regen entfaltet dieser Spot seine ganze Stärke. Wenn die Bäume und Sträucher noch nass sind und sich vielleicht sogar kleine Pfützen auf dem Boden bilden, entstehen unglaublich schöne Spiegelungen, die sich perfekt in deine Komposition einbauen lassen. Es sind genau diese kleinen Details, die den Ort fotografisch so besonders machen. Parken kannst du ganz unkompliziert auf einem größeren Parkplatz direkt in der Nähe gegen eine kleine Gebühr.
Nur ein kleines Stück weiter findest du mit der Ponte da Ribeira da Metade einen weiteren Spot, der perfekt in diese Szenerie passt. Zugegeben, es ist ein bisschen gemogelt, beide Orte zu kombinieren, aber ich konnte mich einfach nicht für einen von beiden für diese Liste entscheiden!
Die Infrastruktur auf Madeira ist wirklich beeindruckend. Trotz der teils extrem steilen und anspruchsvollen Topografie kommst du dank zahlreicher Tunnel und gut ausgebauter Straßen erstaunlich entspannt über die Insel. Und genau deshalb sticht so eine alte Steinbrücke wie diese noch einmal besonders hervor. Sie wirkt fast wie ein Relikt aus einer anderen Zeit und bildet einen wunderschönen Kontrast zu den modernen Straßen.
Eingebettet in den dichten, grünen Wald, fügt sich die Brücke perfekt in die Landschaft ein und bietet ein ruhiges, fast schon märchenhaftes Motiv. Gerade mit etwas Feuchtigkeit in der Luft oder leichtem Nebel entsteht hier eine ganz besondere Stimmung, die sich deutlich von den dramatischen Küstenlandschaften der Insel unterscheidet. Genau diese Abwechslung macht Madeira für mich so spannend und genau deshalb haben auch solche Orte ihren festen Platz auf dieser Liste.
Der Ponta do Rosto ist eigentlich kein unbekannter Spot auf Madeira und trotzdem hatte ich Anfang April das Gefühl, hier fast alleine zu sein. Gerade im Vergleich zur nur wenige Minuten entfernten Wanderung an der Ponta de São Lourenço war es hier überraschend ruhig.
Der Aussichtspunkt ist sehr einfach erreichbar und eignet sich perfekt sowohl für einen schnellen Stopp als auch für etwas mehr Zeit. Direkt in der Nähe findest du nämlich eine der schönsten Straßenkurven der Insel, die sich mit Blick auf die Küste perfekt in Szene setzen lässt. Genau diese Kombination aus Straße, Klippen und Meer macht den Spot fotografisch so spannend.
Vom eigentlichen Aussichtspunkt führen mehrere kleine Pfade in unterschiedliche Richtungen. Es lohnt sich definitiv, diese ein paar Meter zu erkunden, denn je nach Perspektive verändert sich die Wirkung der Küstenlinie enorm. Du kannst hier relativ schnell verschiedene Blickwinkel ausprobieren und so immer wieder neue Kompositionen finden.
Auch hier lohnt sich ein kurzer Blick in eine Wetter-App wie Windy. Besonders interessant wird es, wenn der Wind aus nördlicher Richtung weht, da die Wellen dann gegen die Küste gedrückt werden und für deutlich mehr Dynamik im Bild sorgen. Ruhige See kann zwar auch funktionieren, aber mit brechenden Wellen wirkt die Szene oft deutlich lebendiger.
Gerade zum Sonnenaufgang entfaltet dieser Spot sein volles Potenzial. Das Licht kommt von der Seite, trifft auf die Klippen und sorgt für starke Kontraste und Tiefe. In Kombination mit der geschwungenen Straße entstehen perfekte Leading Lines, die das Auge direkt ins Bild hineinziehen. Für mich ist das einer dieser Orte, die man fast nebenbei mitnimmt und die am Ende trotzdem zu den stärksten Bildern der Reise führen können.
Welcher Ort hat dir auf Madeira am besten gefallen bzw. welche geheimen Ecken kannst du noch empfehlen? Schreib es gerne unten in die Kommentare!
Hi! Ich bin´s Marcel. Fotograf und Reiseenthusiast aus Bochum. Schön, dass es dich auf meinen Blog verschlagen hat!